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Lieber panieren als verlieren: Kanes ungewöhnliche Schnitzel-Vereinbarung mit dem Nachbarschaftswirt

Von Klaus Bergmann

München – Obwohl Bayern-Stürmer Harry Kane (32) beim Spiel gegen Royale Union Saint-Gilloise einen seltenen Elfmeter vergab, darf er sich erneut auf ein Schnitzel freuen. Ein Gastwirt aus der Nachbarschaft des Engländers hat sich bereit erklärt, ihm für jedes Tor des FC Bayern München das Gericht zu servieren, das Kane zu seinem Lieblingsessen erklärt hat.

"Das ist eine schöne Geschichte. Für mich gehört es einfach dazu, Teil der Gemeinschaft zu sein und die Menschen hier kennenzulernen", erklärte Kane nach dem 2:0-Sieg gegen den belgischen Meister, mit dem sich der FC Bayern frühzeitig für das Achtelfinale der Champions League qualifizierte.

Der Gastgeber habe die Aktion unbedingt umsetzen wollen, berichtete der 32-Jährige gut gelaunt nach seinem Doppelpack am Mittwochabend.

"Er hat sich wahrscheinlich nicht vorgestellt, dass ich so viele Tore schieße." Das Schnitzel sei wohl sein Lieblingsgericht in Deutschland, jedoch dürften es nicht allzu viele sein. "Ich würde nicht behaupten, dass ich jedes davon esse", so Kane. "Aber sie werden geliefert, und meine Familie sowie Freunde freuen sich darüber."

Kane erzielte das erste Tor per Kopf nach einer Ecke von Michael Olise (24). Anschließend erzwang er selbst den Elfmeter, den er gewohnt sicher in die rechte Ecke verwandelte. Damit kommt er in 29 Pflichtspielen dieser Saison nun auf 34 Treffer.

Die Münchner konnten daher gut verkraften, dass Kane einen weiteren Elfmeter an die Latte schoss – es wäre sein 100. verwandelter Strafstoß als Profi gewesen.

"Er kann auch mal einen Elfmeter verschießen. Ich denke, das ärgert ihn sehr", sagte Sportvorstand Max Eberl (52) zu Kanes seltenem Fehlschuss. "Aber wir sind froh, Harry zu haben, denn er ist eigentlich immer derjenige, der das Spiel eröffnet."

Vor dem letzten Gruppenspiel bei PSV Eindhoven nächste Woche steht der FC Bayern mit dem zweiten Platz hinter dem FC Arsenal da. Sollte München diesen Rang mit einem Unentschieden verteidigen, würde das Heimrecht fürs Rückspiel bis ins Halbfinale gesichert sein.

"Ich denke, das ist ein großer Ansporn", betonte Kane. "Es entscheidet nicht alles, aber ist durchaus wichtig. Natürlich wissen wir, dass die Mannschaft mit Heimrecht im Rückspiel einen kleinen Vorteil hat."

Zusätzlich würde man frühestens im Finale auf den FC Arsenal treffen, der Bayern in dieser Saison die einzige Niederlage zugefügt hat.

Kanes verschossener Elfmeter war der dritte Fehlschuss vom Punkt im Bayern-Trikot in dieser Saison. Zuvor hatte er im Freundschaftsspiel gegen Tottenham Hotspur sowie im DFB-Pokal gegen den SV Wehen Wiesbaden Strafstöße vergeben.

Vor dem Fehlschuss gegen Wiesbaden hatte er in Pflichtspielen 31 Strafstöße in Folge sicher verwandelt.