Teenager im Tor? FC Bayern nach Reihe von Ausfällen in Schwierigkeiten
Von Christian Kunz
München – Steht beim Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo ein 16-jähriger Torwart im Kasten des FC Bayern? Aufgrund der Verletzungen von Manuel Neuer, Jonas Urbig und Sven Ulreich könnte Leonard Prescott sein Profi-Debüt für den deutschen Rekordmeister feiern.
Neben dem 16-jährigen Schlussmann aus der U19-Mannschaft der Münchner kommt auch Jannis Bärtl (19) von den Bayern-Amateuren als Option infrage. Die eigentliche vierte Wahl im Tor der Profis, Leon Klanac (19), fällt derzeit ebenfalls verletzt aus.
Neuer wird nach seinem erneuten Muskelfaserriss in der Wade laut Trainer Vincent Kompany erst im April, also nach der Länderspielpause und seinem 40. Geburtstag am 27. März, wieder einsatzbereit sein.
Auch Ulreich, der beim 1:1 am vergangenen Samstag auswärts gegen Bayer Leverkusen nach anderthalb Jahren sein erstes Pflichtspiel bestritten und dabei eine starke Leistung gezeigt hatte, muss aufgrund eines Muskelbündelrisses pausieren.
Für Urbig hingegen besteht Hoffnung auf eine Rückkehr im Rückspiel am Mittwoch (21 Uhr/DAZN). Der 22-Jährige hatte im Hinspiel vor einer Woche beim 6:1 eine Gehirnerschütterung erlitten.
Damit Urbig wieder einsatzfähig wird, muss er ein spezielles Rehabilitationsprogramm absolvieren.
Die finale Entscheidung trifft der Mannschaftsarzt. „Ich denke, Jonas befindet sich auf einem guten Weg, vielleicht kann er am Mittwoch wieder auf dem Platz stehen“, erklärte Ulreich noch vor der Diagnose seiner eigenen Verletzung.
Andernfalls könnte Prescott am Mittwoch vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena im Mittelpunkt stehen. Der 1,96 Meter große Torwart gilt als großes Talent und war bereits im Hinspiel im Kader. Auch gegen Leverkusen saß der in den USA geborene Keeper auf der Ersatzbank.
Bei einem Einsatz müssten jedoch einige Punkte beachtet werden. Laut Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen Jugendliche unter 18 Jahren grundsätzlich nur zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten. Für bestimmte Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel oder Landwirtschaft gibt es allerdings Ausnahmen mit unterschiedlichen Zeitregelungen – seit 2021 auch für den Profifußball.
Demnach ist es einem 16-Jährigen erlaubt, bei Abendspielen bis 23 Uhr zu spielen. Sollte das Spiel deutlich länger dauern, könnte dies arbeitsrechtlich problematisch sein. Sportlich hätte das keine Auswirkungen, jedoch wäre theoretisch eine Geldbuße wegen einer Ordnungswidrigkeit möglich.