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Reese im Fokus: Ist Wolfsburgs Abstieg für Hertha ein Vor- oder Nachteil?

Berlin – Nachdem sie 1997 gemeinsam den Sprung in die Bundesliga geschafft hatten, hat es nun auch den VfL Wolfsburg getroffen. Nach 29 Jahren in der obersten Spielklasse müssen die Wölfe den schmerzhaften Weg zurück in die 2. Liga antreten.

Für die Fans von Hertha dürfte dieser Abstieg durchaus positiv aufgenommen worden sein – schließlich handelt es sich um einen einstigen Erstligisten, der seine finanziellen Möglichkeiten nur unzureichend genutzt hat. Neben der relativ kurzen Entfernung gibt es jedoch noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Fabian Reese (28).

Die Zukunft des Hertha-Toptalents ist so offen wie selten zuvor. Besonders Wolfsburg galt lange als ernstzunehmender Kandidat für eine Verpflichtung. Ein Wechsel innerhalb der zweiten Liga scheint damit nun vom Tisch zu sein.

Doch das Bangen um den Kapitän hängt nicht nur mit dem Wolfsburg-Abstieg zusammen. Zwar sind die Wölfe ausgeschieden, doch andere Clubs buhlen nach wie vor um Reese. Laut der „Bild“-Zeitung befinden sich neben Wolfsburg noch zwei weitere Bundesligisten, außerdem ein Klub aus England und ein Verein aus der Türkei im Rennen.

Fest steht: Hertha BSC steht erneut unter Druck, Spieler verkaufen zu müssen, um einen zweistelligen Millionenüberschuss zu erzielen. Ein Verbleib von Reese ist daher keineswegs ausgeschlossen. „Nichts ist bei uns unverkäuflich, aber wir werden die Mannschaftsstruktur bewahren und gezielt Anpassungen vornehmen“, erklärte Herthas Geschäftsführer Peter Görlich (59) kürzlich bei der Mitgliederversammlung.

Der Kapitän und Publikumsliebling hatte erst im vergangenen Jahr seine Vertragsverlängerung bis 2030 vor dem Stadion verkündet und zeigt auch in dieser Saison erneut, welche zentrale Rolle er im Team spielt. Mit 23 Scorerpunkten (13 Tore, zehn Assists) erreichte er seine persönliche Bestleistung – Reese ist eigentlich zu stark für diese Liga.

Sein großer Wunsch war es, mit Hertha den Aufstieg zu schaffen, doch je länger der Klub in der zweiten Reihe verweilt, desto schwerer wird dieses Ziel zu erreichen sein. Görlich hat bereits angekündigt, dass Hertha an Qualität verlieren wird. Ob damit auch Reese gemeint ist, bleibt abzuwarten.

Sollte die Ablösesumme stimmen, könnte die Alte Dame ihren Kapitän ziehen lassen, zumal auch der ehrgeizige Flügelspieler abwägen muss, ob sein Traum vom Aufstieg mit den Berlinern im vierten Anlauf Wirklichkeit wird.

Ein klares Saisonziel hat der Hauptstadtklub noch nicht formuliert, da viele Fragen rund um den Kader offen sind. Unabhängig davon betont Trainer Stefan Leitl (48) immer wieder: Ein großer Verein wie Hertha muss als Cheftrainer stets ambitioniert um den Aufstieg mitmischen.

Mit dem Abstieg Wolfsburgs kommt nun jedoch ein finanziell deutlich besser ausgestatteter Konkurrent in die 2. Liga. Selbst wenn Volkswagen künftig sparsamer wirtschaftet, können die meisten Zweitligisten von solchen finanziellen Möglichkeiten nur träumen. Die Wölfe haben sich fest vorgenommen, schnell zurückzukehren – und werden dafür auch hohe Investitionen tätigen.

Das bedeutet für Hertha: Ein weiterer Konkurrent, der in der kommenden Saison sicherlich um die Spitzenplätze kämpfen wird.