Ex-Veilchen drücken die Daumen! „Ein Abstieg kommt nicht infrage“
Aue – Es fühlte sich an wie früher: Beim Rundruf der Auer Legenden-Elf am Mittwochabend rief Stadionsprecher Mario Dörfler ein langgezogenes „Di-mi-trij“ ins Mikrofon, woraufhin die Fans lautstark mit „Na-za-rov“ antworteten. Einen Spieler wie „Dima“ könnte der FC Erzgebirge derzeit dringend gebrauchen. Doch an diesem Abend waren noch zahlreiche weitere ehemalige Akteure vor Ort, die alle dem Verein den Klassenerhalt wünschten.
„Mein Herz schlägt hier“, betonte Nazarov, inzwischen 35 Jahre alt. „Sieben Jahre habe ich hier gespielt, meine Tochter wurde in Aue geboren – das ist meine zweite Heimat, und die Verbindung wird immer bestehen bleiben.“
Sportlich hat Nazarov bereits bessere Zeiten erlebt. 2016 kam er aus Karlsruhe nach Aue, absolvierte sechs Spielzeiten in der 2. Liga sowie eine in der 3. Liga für die Veilchen. In insgesamt 205 Partien erzielte er 48 Treffer – damit ist er der erfolgreichste Torschütze des Vereins seit der Wende. 2023 wechselte er nach Offenbach.
„Ich habe zwei Jahre in der Regionalliga gespielt und weiß genau, wie hart das ist. Das ist wirklich eine Knochenmühle. Deshalb wünsche ich Aue den Klassenerhalt – ein Abstieg darf einfach nicht passieren“, so Nazarov eindringlich.
Wer sich nach der offiziellen Zeremonie im VIP-Bereich umsah, entdeckte viele weitere bekannte Gesichter aus früheren Zeiten. So waren beispielsweise Clemens Fandrich (178 Spiele) und Fabian Kalig (85), der robuste Verteidiger, anwesend. Auch die Generation davor ließ sich nicht nehmen, mit dabei zu sein: René Klingbeil (220 Spiele) und Thomas Paulus (188) hatten sich eingefunden.
Diese beiden Legenden, auch wenn sie nicht offiziell in die Legenden-Elf aufgenommen wurden, sind dem FC Erzgebirge weiterhin eng verbunden. Während Klingbeil mittlerweile Trainer beim Südwest-Regionalligisten Hessen Kassel ist, leitet Paulus die Nachwuchsabteilung beim SSV Jahn Regensburg.
„Wie sieht es in Saarbrücken aus?“, fragte „Klinge“ als erstes. Das 2:0 gegen Wiesbaden kam bei niemandem gut an. Acht Punkte beträgt der Rückstand mittlerweile auf den rettenden Platz. „Das ist ärgerlich, aber wir müssen weitermachen, kämpfen, die Ärmel hochkrempeln. Gegen Aachen gewinnen und wieder in den Flow kommen“, ließ Klingbeil keinen Zweifel daran, dass er den FCE noch nicht abschreibt.
„Man kann es auch so sehen“, meinte Paulus. „Verlieren gibt es jetzt nicht mehr, nur noch gewinnen. Vielleicht fällt jetzt der Druck ab, und die Mannschaft spielt befreiter, weil alle längst denken, dass der Abstieg besiegelt ist.“ Diesen Rat gab er seinen Nachfolgern mit auf den Weg. „Dann können merkwürdige Dinge passieren.“
Ein solches „merkwürdiges Ding“ gelang beispielsweise Lukas Kwasniok mit Jena in der Saison 2018/2019: Nach dem 27. Spieltag standen sie mit nur 25 Punkten auf dem vorletzten Rang, am Ende wurden sie 14. mit 46 Punkten. Jeder würde so einen Verlauf unterschreiben – auch Nazarov.
Tabelle der 3. Liga
Die Bedeutung der 3. Liga-Tabelle ist folgende: Der Tabellenführer am Ende der Saison wird Drittliga-Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt ohne Umwege auf. Der Drittplatzierte spielt in einer Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in der Liga.