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Ehemaliger Schalke-Profi gesteht Alkoholkonsum: „Brauchte dieses Ventil“

Gelsenkirchen/Schweiz – Cedric Brunner (31) absolvierte insgesamt 153 Partien für Schalke 04 und Arminia Bielefeld in der Bundesliga sowie 2. Bundesliga und erlebte dabei sowohl Erfolge als auch Rückschläge. Einen besonders vorbildlichen Lebensstil führte der Rechtsverteidiger dabei jedoch nicht, wie er nun offen zugab.

„Ich würde mich nicht als Alkoholiker bezeichnen, aber es ist schon bemerkenswert, dass dies mein erster alkoholfreier Monat nach 14 Jahren ist“, erklärte der ehemalige Profi in einem Instagram-Video. „Davon habe ich zwölf Jahre und sechs Monate als Fußballer verbracht.“

Etwa 18 Monate nach seinem letzten Einsatz für die Königsblauen und dem vorzeitigen Ende seiner Karriere im Alter von nur 30 Jahren verzichtete der frühere Verteidiger im Januar erstmals komplett auf Alkohol.

Seine Abstinenz sei dabei nicht auf den sogenannten „Dry January“ zurückzuführen, und er wolle sich deswegen auch nicht besonders loben lassen. Vielmehr empfindet Brunner es als selbstverständlich, nüchtern zu leben. Rückblickend erscheint ihm sein früherer Alkoholkonsum mittlerweile „besonders“.

„Ich brauchte dieses Ventil, um einmal pro Woche nach dem Spiel abzuschalten, alles zu vergessen und – so hart es klingt – mich zu betäuben“, erläuterte der Schweizer weiter.

Selbst nach dem Karriereende sah er laut Brunner „keinen Grund mehr, auf Alkohol zu verzichten“, wie er im Begleittext zum Video schrieb.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der 31-Jährige im Rahmen der SRF-Dokumentation „Kehrseite“ geöffnet und von den psychischen Belastungen im Profifußball berichtet, die bei ihm an Spieltagen zu starken Magen-Darm-Beschwerden führten.

„Vor den Spielen war ich ständig auf der Toilette“, berichtete Brunner in der Sendung. Dabei sei er keineswegs der Einzige gewesen – viele seiner Mitspieler suchten vor dem Anpfiff ebenfalls noch einmal das WC auf.

„Die einzigen Partien, die ich wirklich genießen konnte, waren die Spiele in Bielefeld, als unser Aufstieg in die Bundesliga bereits sicher war“, gestand er. „Ich hoffte immer nur, keinen entscheidenden Fehler zu machen.“

Lange Zeit sprach er niemanden über seine belastenden Ängste vor dem Versagen an, was er rückblickend als Fehler einschätzt. „Es lohnt sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man muss diesen teils harten Weg im Leistungssport nicht alleine gehen“, erklärte Brunner.