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1. FC Köln: Darum rief Union-Coach Steffen Baumgart bei Neu-Trainer René Wagner an

Köln – Fünf Jahre lang stand René Wagner (37), der neue Trainer des 1. FC Köln, als Assistenztrainer an der Seite von Steffen Baumgart (54), dem ehemaligen Chefcoach. Die gegenseitige Anerkennung zwischen den beiden ist dementsprechend groß. So hat sich Baumgart, der aktuell Union Berlin trainiert, sogar persönlich bei seinem ehemaligen Assistenten gemeldet, um ihm zur neuen Position zu gratulieren.

„Wir haben miteinander telefoniert“, berichtete Wagner am Dienstag während einer Presserunde am Rande des Trainings.

Dabei konnte Baumgart dem 37-Jährigen wertvolle Ratschläge mitgeben. „Steffen hat mir geraten, meinem eigenen Stil treu zu bleiben. […] Er erklärte auch, dass die neue Rolle andere Verantwortlichkeiten mit sich bringt. Es gibt einige Themen, mit denen ich mich jetzt beschäftigen muss, die früher nicht zu meinen Aufgaben gehörten“, so Wagner.

Die beiden kennen sich bereits seit sechs Jahren. Es war Baumgart, der Wagner damals vom Klub Inter Miami, dem Verein von David Beckham, freistellen und zum SC Paderborn holen konnte. Danach folgten gemeinsame Stationen in Köln, beim Hamburger SV und schließlich bei Union Berlin. Im vergangenen Sommer entschied sich Wagner dann bewusst, seinen ehemaligen Mentor zu verlassen, um eigenständige Erfahrungen zu sammeln und neue Eindrücke zu gewinnen.

Ein Schritt, der sich aus Sicht des neuen Trainers im Vergleich zu seinem Vorgänger Lukas Kwasniok (44) gelohnt hat: „Von Lukas habe ich enorm viel gelernt. Er ist ein Trainer, der unglaublich akribisch arbeitet und den Fußball wirklich in jeder Sekunde lebt. Das ist etwas, das ich definitiv für mich mitnehme und weiterentwickeln muss.“ Die neuen Perspektiven hätten ihn „als Coach deutlich weitergebracht“, ergänzt Wagner.

Unabhängig von seinen eigenen Fähigkeiten sei es für den Verein und die Mannschaft derzeit jedoch vor allem wichtig, Ruhe zu bewahren und den Druck von außen auszublenden.

„Ich habe diese Gelegenheit bekommen. Meine größten Erfolgschancen liegen darin, dass es dem Team gut geht. Deshalb konzentriere ich mich jetzt darauf, dass alle Beteiligten zufrieden sind“, beschreibt Wagner seine Philosophie.

Bereits einen ersten kleinen Erfolg konnte der 37-Jährige vermelden: Die Atmosphäre beim Training auf dem Geißbockheim habe sich in den letzten Tagen sichtbar verbessert, selbst bei den Spielern, die zuletzt kaum noch zum Zug kamen.