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Unglaubliches Aue-Comeback in Köln nach 0:2-Rückstand: „Die Mannschaft lebt!“

Köln – Am Freitagabend herrschte ausgelassene Stimmung in der Karnevalshochburg! Der FC Erzgebirge Aue wirkte nach knapp einer Stunde Spielzeit bei Viktoria Köln völlig am Boden, doch kämpfte sich nach einem Rückstand von 0:2 zurück und erkämpfte ein so wichtiges 2:2 (0:1) im Abstiegskampf.

Der neue Trainer Christoph Dabrowski hatte vor dem Spiel alle wichtigen Aspekte angesprochen, um in Köln vielleicht etwas Zählbares mitzunehmen. Doch zunächst ließ die Umsetzung sehr zu wünschen übrig. Standards? Die hätten es genauso gut auch in den Rhein schaffen können! Aktivität zeigen und das Schicksal im Abstiegskampf selbst bestimmen? Davon war nichts zu sehen!

Aue agierte über weite Strecken viel zu passiv – sogar vor dem eigenen Strafraum. Marvin Stefaniak ließ Meiko Sponsel völlig unbedrängt zur Flanke ansetzen. Diese kam zu Benjamin Zank (15.), der ungestört zum Abschluss kam. Einzig Torhüter Martin Männel verhinderte mit einer starken Parade den Rückstand. Der abgefälschte Kopfball des Kölner Spielers war alles andere als einfach zu halten.

Diese Zurückhaltung musste sich früher oder später rächen. Die Veilchen waren immer einen Schritt zu langsam und deshalb in den Zweikämpfen kaum präsent. Über das eigene Offensivspiel braucht man gar nicht viel zu sagen – im letzten Drittel fehlte Aue schlichtweg die Präsenz.

Und in der Defensive? Kein Druck auf Simon Handle, der den Ball zu David Otto spielte, dessen Querpass dann Benjamin Zank (21.) aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste.

Die Gastgeber hatten deutlich mehr Chancen im Strafraum, während Aue Probleme hatte, den Ball auch nur ansatzweise in der gegnerischen Hälfte zu halten. Das Ergebnis zur Halbzeit war das Beste an der ersten Hälfte – leider nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Besserung? Aue war im Mittelfeld zu weit vom Gegner entfernt. Ein langer Ball erreichte Leonhard Luis Münst, der im Duell mit Tristan Zobel zunächst die Oberhand behielt und beim Sturz den Ball über Zobel (56.) an den linken Pfosten und von dort ins lange Eck beförderte. Dieses humorvolle Eigentor passte zum schwachen Auftritt.

Die elfte Niederlage drohte, doch die Mannschaft von Dabrowski zeigte großen Kampfgeist. Der engagierte Stefaniak spielte im Doppelpass mit Jamilu Collins, dessen Flanke auf Marcel Bär (63.) köpfte – 1:2.

Aue hatte danach das Glück auf seiner Seite, als Männel (79.) bei einer Rettungstat Zank zu Fall brachte, der Elfmeterpfiff jedoch ausblieb. Kurz darauf traf Julian Guttaus direkter Freistoß den Pfosten – diesmal kein Unglück, sondern Glück für die Veilchen. Jannic Ehlers (82.) nutzte den Abpraller und erzielte den zwischenzeitlich kaum mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. In der Nachspielzeit hätte Ehlers (90.+4.) das Spiel sogar komplett drehen können.

„Wir sind schwer in die erste Halbzeit gekommen, waren zu harmlos und haben den Kölnern zu viel Raum gelassen. In der zweiten Hälfte spielen wir deutlich besser und die Mannschaft beweist eine großartige Moral. Die Mannschaft lebt!“, resümierte Christoph Dabrowski im Anschluss bei „MagentaSport“.