„So darfst du im Zweikampf nicht agieren“: Aues Trainer Härtel rügt Rotsünder Malone
Aue – Erzgebirge Aue verlor gegen den SSV Ulm letztlich verdient mit 0:3, vor allem aufgrund einer schwachen zweiten Halbzeit. Ausgerechnet in einer Partie, die aufgrund der Tabellensituation nicht verloren werden durfte. Hinzu kamen die widrigen Umstände: Ein Fehler bei einer Ecke und die Rote Karte für den Kapitän.
Bereits in der Hinrunde hatte Aue Schwierigkeiten bei gegnerischen Eckstößen. Damals wirkte Martin Männel (37) am kurzen Pfosten gelegentlich unsicher. Dieses Mal war es Louis Lord (22), der einen gravierenden Fehler unterlief – erstmals seit seinem Amtsantritt als Torwart.
Mirnes Pepic (30) führte die Ecke schnell aus und brachte den Ball ins Zentrum. Unter Druck von Tristan Zobel (22) stieg Lord hoch, konnte das Leder jedoch nicht kontrollieren und spielte es stattdessen Marcel Seegert (31) vor.
Cheftrainer Jens Härtel (56) kommentierte die Führung kurz nach Wiederanpfiff: „Das müssen wir nochmal gründlich analysieren und besprechen. Es gibt verschiedene Perspektiven. Sollte er etwas sagen? Einige behaupten, er habe das getan. Eigentlich ist das eine ganz klare Situation: Man sollte nicht zu zweit hochgehen, wenn kein Gegenspieler in der Nähe ist. Das ist eindeutig eine Misskommunikation. Dass der Ball dann runterfällt und daraus ein Tor entsteht, rundet das Ganze leider ab.“
Nur zehn Minuten später erhöhte Mirnes Pepic mit einem platzierten Schuss knapp links unter die Latte auf 2:0. Aue war nun völlig von der Rolle. Weil Kapitän Ryan Malone (33) Pepic brutal zu Boden riss, spielte man die letzten 30 Minuten in Unterzahl. Marcel Bär (33) betonte, dass man mit dem Ergebnis noch gut davongekommen sei.
Pepic, der mit einem bandagierten Knöchel spielte, äußerte sich zur harten Szene an der Mittellinie gegenüber TAG24: „Ich spiele den Ball, und er haut mich komplett um. Das war meiner Meinung nach unnötig, ehrlich gesagt. Es geht hier um die Gesundheit. Ich will ihm nichts unterstellen, aber bei solchen Situationen sollte man ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl zeigen und besser darauf verzichten, jemanden so zu attackieren. Das hätte auch viel schlimmere Folgen haben können.“
Schon in den Minuten vor dem groben Foul wirkte Malone besonders gereizt und angespannt.
Härtel dazu: „Er wollte ein Zeichen nach außen setzen, aber gleichzeitig war viel Frust im Spiel. Mit seiner Erfahrung darf man nicht so in einen Zweikampf gehen. Ein Zeichen setzen kann man auch anders – man muss nicht so brutal reingehen.“