Was wäre, wenn? Falls Havelse ausfällt – Ist Aue für die 3. Liga vorbereitet?
Aue-Bad Schlema – Rettung durch den Grünen Tisch? Nachdem der TSV 1860 München die Lizenz verwehrt wurde, stellt sich nun die Frage, ob der TSV Havelse oder der FC Erzgebirge Aue den Verbleib in der 3. Liga sichert. Sollten die Niedersachsen aufgrund von Problemen mit ihrem Stadion aufsteigen verzichten, wäre Aue der nächstplatzierte Nachrücker. Auf Nachfrage bei TAG24 gab es von dort eine eindeutige Zusage.
Als am Mittwoch kurz vor 18 Uhr die Nachricht aus München eintraf, dass die Löwen aus finanziellen Gründen in die Regionalliga absteigen müssen, herrschte in Aue plötzlich große Betriebsamkeit.
Die Telefone liefen heiß, auch der Austausch mit Vertretern aus Havelse wurde intensiviert. „Sollte sich die Gelegenheit bieten und Havelse würde aussteigen – was ich persönlich eher nicht erwarte –, dann würden wir diesen Platz übernehmen“, erklärte FCE-Pressesprecher Lars Töffling. „Ganz klares Ja.“
Allerdings bleibt er in diesem Szenario, wie auch alle anderen im Verein, vorsichtig, denn der TSV Havelse hat das Anrecht auf den Aufstieg, da sie in der Abschlusstabelle der Saison 2025/26 einen Punkt und einen Platz vor Aue liegen.
„Wir warten erst einmal ab, welche Signale aus Havelse kommen“, so Töffling weiter. „Wir besitzen die Lizenz für die kommende Spielzeit und erfüllen die wirtschaftlichen Voraussetzungen. Deshalb würden wir die Chance ergreifen.“
Interessant wäre in diesem Zusammenhang, wie mit den Spielern verfahren wird, die bisher nur für die Regionalliga-Saison bei den Veilchen unterschrieben haben. „Das wäre ein Präzedenzfall und tatsächlich spannend. Allerdings hatten wir bisher noch keine Gelegenheit, uns ausführlich darüber Gedanken zu machen“, erläuterte der Pressesprecher.
Bleibt Aue in der 3. Liga, würden unter anderem Leistungsträger wie Julian Guttau (26), Marvin Stefaniak (31) und Marcel Bär (33) weiterhin dem Verein erhalten bleiben. Zwei Profis, Mika Clausen (23, Verl) und Erik Majetschak (26, Regensburg), haben bereits bei anderen Drittligisten unterschrieben. „Da ihre Verträge zum 30. Juni auslaufen, sehen wir darin keine Schwierigkeiten“, erklärte Töffling.
Für das Erzgebirge wäre dies ein unerwarteter Glücksfall, denn die Saison verlief für die Veilchen von Beginn an äußerst holprig.
Im Dezember wurde Sportdirektor Matthias Heidrich (48) entlassen, im Januar folgte nach der 1:3-Pleite in Havelse der Rauswurf von Trainer Jens Härtel (56). Die Nachfolger Michael Tarnat (56) und Christoph Dabrowski (47) konnten keinen Erfolg verbuchen. Erst nach deren Weggang stabilisierte sich Aue unter der Führung von Kvicha Shubitidze (51).
Dieser verlor in seinen sieben Spielen lediglich die Auftaktpartie in Regensburg (0:1). Am Ende zeigte Aue eine bessere Leistung, doch das kam zu spät – zumindest bis jetzt.