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Aue rutscht erneut auf einen Abstiegsplatz: Sportdirektor Tarnat erläutert die Zukunft von Jens Härtel

Aue – Das Pfeifkonzert beim Abpfiff sprach Bände. Nach der Niederlage im wichtigen Sechs-Punkte-Spiel gegen den SSV Ulm (0:3) entlud sich im Erzgebirgsstadion die Enttäuschung kollektiv. Präsident Thomas Schlesinger hatte die ersten drei Partien nach der Winterpause als richtungsweisend bezeichnet. Zwei dieser Begegnungen gingen bereits verloren, das dritte steht am Freitagabend beim Aufsteiger Havelse an. Die Veilchen stehen unter großem Druck – auch die Stimmung unter den Fans ist angespannt.

Am Wochenende wechselten viele Anhänger in den „Trainer-raus“-Modus. Eine Entscheidung darüber liegt auch beim neuen Sportchef Michael Tarnat. Wird er sich an der Diskussion um den Trainer beteiligen?

„Man geht mit der Hoffnung ins Stadion, gegen einen direkten Konkurrenten ein Sechs-Punkte-Spiel zu gewinnen. Dabei bleibt für uns nicht haften, dass wir in der ersten Halbzeit eine ordentliche Leistung gezeigt, jedoch kein Tor erzielt haben, sondern vielmehr, wie wir in der zweiten Halbzeit auseinanderfallen. Das enttäuscht uns alle – mich eingeschlossen. Dass die Fans ihrem Unmut Luft machen, ist nachvollziehbar“, erklärt Tarnat.

Trotz der deutlichen Niederlage gegen Ulm im Abstiegskampf spricht Tarnat dem Cheftrainer Jens Härtel weiterhin sein Vertrauen aus: „Wir werden mit unserem Trainer in das Spiel gegen Havelse gehen.“

Damit steht er auf einer Linie mit dem Vorstand, der diese Haltung bereits vor der Verpflichtung des neuen Sport-Geschäftsführers vertreten hatte.

„Es ist immer leicht, den Kopf eines Verantwortlichen zu fordern. Doch die meisten Außenstehenden sehen nicht, wie intern gearbeitet wird und wie gewissenhaft das Trainerteam agiert. Für manche Dinge auf dem Platz kann kein Trainer verantwortlich gemacht werden. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir es mit Jens schaffen werden“, betont Tarnat.

Aufgrund der starken ersten Hälfte hätte man an besagtem Samstag fast vermutet, dass Aue Ulm besiegt. Die Mannschaft präsentierte sich geschlossen, gewann viele Zweikämpfe und kreierte Chancen – nutzte diese jedoch nicht.

Dann stellte der ehemalige Trainer Pavel Dotchev (60) sein Mittelfeld und den Spielaufbau um – sowohl vor als auch in der Halbzeitpause. Noch bevor die Veilchen darauf reagieren konnten, folgte der Doppelschlag zum 0:2. Ab diesem Moment war der Bruch in der Mannschaft deutlich spürbar.

„Ich glaube, dass jeder Spieler danach versucht hat, dagegenzuhalten, allerdings nur auf individueller Ebene und nicht als Team. Jeder agierte für sich allein, und das darf uns nicht passieren. Jedes Mal, wenn wir den Ball in der gegnerischen Hälfte verloren haben, lief Ulm mit Überzahl auf unsere Abwehr zu. Dass das nicht funktionieren kann, haben wir am Sonntag angesprochen, denn das hinterlässt keinen guten Eindruck“, so Tarnat.

Dem bevorstehenden Spiel in Havelse misst der 56-Jährige große Bedeutung bei, macht aber abschließend deutlich:

Tabelle 3. Liga

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Relevanz: Der Tabellenerste am Saisonende wird Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt unmittelbar auf. Der Drittplatzierte bestreitet eine Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga, um entweder aufzusteigen oder in der Liga zu verbleiben.