Christian Eriksen erzielt Wolfsburgs Siegtreffer – vier Jahre nach seinem Herzstillstand
Wolfsburg – Fußball schreibt oft die außergewöhnlichsten Geschichten! Mehr als viereinhalb Jahre nach dem Herzstillstand bei der EM gelang Christian Eriksen sein erstes Bundesliga-Tor. Der dänische Mittelfeldspieler ebnete damit den Weg zum 2:1-Erfolg des VfL Wolfsburg gegen den FC St. Pauli.
Vor der Begegnung stand vor allem eine Frage im Raum: Wie hat Wolfsburg die bittere 1:8-Niederlage am vergangenen Samstag gegen Bayern München verdaut? Die Antwort darauf fiel ziemlich positiv aus!
Die Gastgeber übernahmen rasch die Kontrolle über das Spiel und kombinierten sicher, konnten sich jedoch bis auf einen Versuch von Dzenan Pejcinovic in der 4. Minute kaum gegen die kompakte Defensive der Hamburger durchsetzen. Auf der Gegenseite vergab Mathias Pereira Lage knapp eine Führung für die Gäste, als sein Schuss aus der Strafraumgrenze in der 18. Minute nur wenige Zentimeter am Tor vorbeiging.
Kurze Zeit später folgte der entscheidende Moment: Nach einem Schuss von Gerhardt hatte Hauke Wahl den Ball aus kurzer Distanz an die Hand bekommen. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied zunächst auf Weiterspielen, änderte seine Entscheidung nach Rücksprache mit dem VAR jedoch und verhängte einen Strafstoß.
Trainer Alexander Blessin zeigte sich an der Seitenlinie sichtlich unzufrieden mit dem Pfiff, relativierte seine Sichtweise nach dem Spiel aber etwas: "Normalerweise sagt man: 'Die Hände sollten hinter dem Körper bleiben'", erklärte er, verwies jedoch auch auf die abgefälschte Schussbahn, die auf den Fernsehbildern nicht klar erkennbar war. "Es ist schwierig, aber klar, dass die Hand im Spiel war."
Eriksen nahm die Verantwortung mit seiner großen Erfahrung an und verwandelte den Elfmeter sicher, als erst zweiter Bundesliga-Spieler überhaupt gegen St.-Pauli-Torwart Nikola Vasilj vom Punkt. Zuvor hatte das in der vergangenen Saison sein Mannschaftskamerad Mohamed Amoura geschafft.
Mit der Führung im Rücken blieben die Wölfe am Drücker, doch die Gäste hatten ihre Chancen. Ricky-Jade Jones vergab gleich zwei Mal die Möglichkeit zum Ausgleich (35.), bevor Eric Smith noch vor der Halbzeit das 1:1 erzielte (40.). Der Kapitän bereitete den Treffer mit einer präzisen Verlagerung selbst vor und traf schließlich nach zwei schnellen Ballkontakten ins lange Eck.
Nach dem gerechten Pausenstand entwickelte sich eine ausgeglichene zweite Halbzeit, in der die Hamburger mehr gute Gelegenheiten hatten. Joel Chima Fujita scheiterte zunächst an Wolfsburgs Torwart Grabara (50.) und zielte kurz darauf zu ungenau (57.).
Auf dem Spielfeld und auch auf den Rängen war anschließend wenig los, da die Fans wegen eines medizinischen Notfalls ihre Unterstützung vorübergehend einstellten.
Erst ab der 75. Minute kam wieder mehr Spannung ins Spiel, wodurch beide Torhüter mehrfach gefordert wurden. So prüfte Adam Daghim St.-Pauli-Keeper Vasilj (75.), während Pereira Lage auf der anderen Seite Grabara herausforderte (79.).
Wolfsburg setzte alles auf eine Karte und wurde kurz vor Schluss durch einen Kopfball von Pejcinovic nach einer starken Flanke von Daghim belohnt (88.). Es war bereits sein fünfter Treffer in den letzten drei Spielen!
Für die Kiezkicker bedeutete der späte Gegentreffer die Entscheidung. Sie fanden nicht mehr zurück ins Spiel und starteten somit mit einer Niederlage in das Jahr 2026. "Das ist natürlich sehr ärgerlich", zeigte sich Trainer Blessin enttäuscht, besonders über die Entstehung des Tores: "Wir verteidigen zu passiv, ziehen uns in den Strafraum zurück, lassen die Flanke zu und haben keine klare Zuordnung", kritisierte der FCSP-Coach.
So musste St. Pauli die erste Niederlage im siebten Bundesliga-Duell mit Wolfsburg hinnehmen, die sich nach der deutlichen Pleite gegen Bayern eindrucksvoll zurückmeldeten.
Bundesliga, 17. Spieltag
VfL Wolfsburg - FC St. Pauli 2:1 (1:1)
Aufstellung VfL: Grabara – Kumbedi (73. Fischer), Jenz, Koulierakis, Zehnter (83. Paredes) – Gerhardt (83. Svandberg), Arnold – Eriksen, Majer (61. Amoura), Wimmer (73. Daghim) – Pejcinovic
Aufstellung St. Pauli: Vasilj – Dzwigala, Wahl, Mets – Pyrka, Sands, Ritzka (67. Oppie) – Fujita, Smith – Jones (67. Kaars), Pereira Lage (90. Ceesay)
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Zuschauerzahl: 22.031
Tore: 1:0 Eriksen (25./Handelfmeter), 1:1 Smith (40.), 2:1 Pejcinovic (88.)
Gelbe Karten: Jenz (4) / Ritzka (1), Dzwigala (4)