zurück

FC St. Pauli: Erschöpfter Eric Smith wirkt gegen Frankfurt dennoch wach und fokussiert

Hamburg – Eric Smith (29) hat spannende Tage hinter sich! Der St.-Pauli-Spieler wurde in der vergangenen Woche zum zweiten Mal Vater, was seiner Leistung beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt keinen Abbruch tat – auch wenn er wohl etwas unter Schlafmangel litt.

Auf die Frage, ob die Geburt ihm einen zusätzlichen Schub Motivation gegeben habe, antwortete der Schwede mit einem Schmunzeln: „Ehrlich gesagt bin ich ziemlich müde. Aber es ist ein schönes Gefühl. Hoffentlich bekomme ich vor dem nächsten Spiel etwas mehr Schlaf.“

Vor diesen Worten zeigte Smith erneut eine starke Vorstellung und wirkte keineswegs ausgelaugt. Bereits früh im Spiel blockte er einen Schuss von Jonathan Burkardt (4. Minute) und klärte später zweimal beeindruckend per Hacke im eigenen Strafraum. Auch insgesamt lieferte er zusammen mit seinen Mitspielern eine stabile Defensivleistung ab.

„Wir haben kaum Chancen zugelassen und erneut ohne Gegentor gespielt. Genau dafür arbeiten wir jede Woche, und das war auch letzte Saison unser Schlüssel zum Erfolg“, erläuterte der 29-Jährige. „Heute haben wir sehr aggressiv verteidigt. Ich freue mich, dass wir wieder unseren Rhythmus gefunden haben.“

Mit diesen Worten meint Smith die Rückkehr zu defensiver Stabilität. St. Pauli lässt inzwischen deutlich weniger Chancen zu, was im Saisonverlauf nicht immer der Fall war. „Wenn man zu null spielt, steigen die Chancen, ein Spiel zu gewinnen“, erklärte er.

Smith wollte zwar nicht ins Detail gehen, sagte aber, dass das Team offensichtlich etwas Entscheidendes entdeckt hat. „Wir unterstützen uns gegenseitig auf dem Platz, und das macht vieles leichter“, fügte er hinzu und appellierte: „Wir müssen diese Leistung beibehalten und dürfen nicht nachlässig werden oder weniger Einsatz zeigen.“

Gegen Frankfurt präsentierten sich die Kiezkicker defensiv sehr stabil, hatten jedoch offensiv Schwierigkeiten gegen die robuste Abwehr der Eintracht. „Die erste Halbzeit hat viel Kraft gekostet, danach haben wir etwas tiefer verteidigt. Es war schwer für uns, nach Ballgewinn passende Lösungen zu finden“, bewertete Smith die Partie.

Trotz eines eher chancenarmen Spiels hatte St. Pauli die deutlich besseren Möglichkeiten und traf sogar zweimal den Pfosten. Dementsprechend fiel auch Smiths Fazit ambivalent aus: „Natürlich sind wir zufrieden mit einem Punkt gegen eine Mannschaft, die in die Champions League will. Vor dem Spiel wäre ein Unentschieden in Ordnung gewesen, im Nachhinein denke ich, dass mehr möglich gewesen wäre.“

Wie viel dieser eine Punkt wert ist, wird sich wahrscheinlich erst am 34. Spieltag zeigen. Im Abstiegskampf ist es derzeit äußerst eng: Zwischen dem Relegationsplatz, den St. Pauli jetzt wieder innehat, und dem zehnten Rang vom HSV liegen lediglich fünf Zähler.