Viel Taktiererei und wenig Offensiv-Feuerwerk im Spitzenspiel der 3. Liga
Cottbus – Lange Zeit war das Duell zwischen Energie Cottbus (Tabellenführer) und dem SC Verl (Vierter) eher etwas für Liebhaber taktischer Feinheiten. Im Vergleich der beiden offensivstärksten Teams der Liga dominierte Zurückhaltung, bevor die Gastgeber nach der Pause kurzzeitig aufdrehten und gleich zwei hochkarätige Chancen liegen ließen. Am Ende blieb es torlos.
Im ersten Abschnitt prägte ein vorsichtiges Abtasten das Geschehen, ehe Energie den zweiten Durchgang energischer begann und so zwei Ballverluste der Verler erzwang.
Zunächst setzte ein präziser Pass Erik Engelhardt in Szene, der heute mit einer Maske wegen einer angebrochenen Nase spielte. Doch der Angreifer scheiterte frei vor Verl-Keeper Philipp Schulze (50.).
Nur wenige Minuten später ergab sich für Energie eine Überzahlsituation vier gegen eins vor dem Tor der Gäste, doch Tolcay Cigerci schoss die Chance völlig unplatziert über die Tribüne (53.). Zwei hochkarätige Möglichkeiten, die ungenutzt blieben!
Ab der 65. Minute brachte Trainer Wollitz mit Tolga Cigerci und Lukas Michelbrink frische Impulse, während Axel Borgmann die Rolle des offensiven Linksverteidigers übernahm. Dadurch erhöhte Energie das Risiko – was Verl Räume öffnete. Doch sowohl Gayret (74.) als auch Taz (75.) scheiterten am starken Cottbuser Schlussmann Funk.
Die Gäste fanden zurück ins Spiel und setzten Taz in Szene, der aus der Distanz abzog (84.), doch Funk parierte erneut souverän. Trotz eines wütenden Cottbuser Endspurts ergaben sich keine klaren Chancen mehr. Auch die Ecken von Verl blieben in der Schlussphase ungefährlich.
Im ersten Durchgang stand vor allem das Abwarten im Vordergrund, Offensiv-Glanz fehlte bei bestem Fußballwetter vor 12.506 Zuschauern. Beide Teams lieferten sich ein spannendes taktisches Duell.
Zum ersten Mal in der Startelf stand der von Kiel ausgeliehene Mladen Cvjetinovic – unter den Augen des Holstein-Scouts Kevin Meinhardt.
Mit dem Winter-Neuzugang stellte Energie erstmals unter Trainer Wollitz eine Fünferkette in der Defensive auf, um gegen die technisch starken Verler mehr Zugriff und Sicherheit bei langen Bällen zu gewährleisten.
Diese Taktik zeigte Wirkung. Nur einmal kam Alessio Besio in der 16. Minute frei zum Schuss, wurde jedoch knapp wegen Abseits zurückgepfiffen.
Erst kurz vor der Pause (38.) verzeichnete Verl nach einer Ecke den ersten ernstzunehmenden Abschluss aufs Tor von Cottbus. Die Lausitzer selbst waren mehrfach im gegnerischen Strafraum präsent, konnten aber keine gefährlichen Situationen kreieren.
Vor der Halbzeitpause kam es wegen eines medizinischen Notfalls in der Nordkurve zu einer kurzen Spielunterbrechung. Nach rund zwei Minuten Stille und der Information, dass keine schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme vorliegen, wurde der Support wieder aufgenommen.
Durch das torlose Remis verlor Cottbus die Tabellenführung an den VfL Osnabrück, der mit 3:1 in Aue erfolgreich war. Verl bleibt auf dem vierten Platz.
Erstmeldung: 17.21 Uhr, zuletzt aktualisiert: 18.33 Uhr
3. Liga, 26. Spieltag
Energie Cottbus – SC Verl 0:0
Aufstellung Cottbus: Funk – Straudi, Cvjetinovic, Manu, Awortwie-Grant, Lucoqui (65. Michelbrink) – Pelivan (65. Tolga Cigerci), Borgmann – Tolcay Cigerci, Engelhardt, Hannemann (78. Moustfa). Trainer: Wollitz
Aufstellung Verl: Schulze – Mhamdi, Lehmann, Ens, Kijewski – Eze (58. Stark) – Gayret, Taz, Waidner – Otto (58. Wörner), Besio (77. Foti). Trainer: Strobl.
Schiedsrichter: Burda (Berlin)
Tore: keine
Gelbe Karten: Cvjetinovic, Wollitz / Gayret, Waidner, Otto, Stark
Zuschauer: 12.506
Tabelle der 3. Liga
Die Bedeutung der Tabelle in der 3. Liga: Der Erstplatzierte am Saisonende ist Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte sichert sich den direkten Aufstieg. Der Drittplatzierte hingegen muss in die Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga, um den Verbleib oder Aufstieg zu klären.