Feuer, Wasser und Sand am Tivoli: Cottbus erleidet bei schwerem Wetter eine heftige Niederlage
Aachen – Was für ein Kampf gegen die Elemente am Tivoli! Bevor das Flutlichtspiel zwischen Alemannia Aachen und Energie Cottbus begann, bearbeiteten Mitarbeiter den vom Regen durchweichten Rasen mit Sand, während die Aachener Fans eine beeindruckende Pyro-Show zündeten. Nach einem Match, das von Feuer, Wasser und Sand geprägt war, mussten sich die Lausitzer erstmals in diesem Jahr mit 1:4 (0:0) geschlagen geben.
Im ersten Durchgang glich der Strafraum von Energie-Torwart Marius Funk eher einem Sandkasten, während es an anderen Stellen des Spielfelds Pfützen gab, sodass die Spielbedingungen uneinheitlich waren.
Die ersten Offensivaktionen kamen von den Gästen, die ohne ihren erkrankten Schlüsselverteidiger King Manu sowie den gesperrten Aufsteiger Lukas Michelbrink auskommen mussten:
Kapitän Axel Borgmann spielte Moritz Hannemann frei, der im Duell mit Aachens Torhüter Manuel Riemann knapp unterlag (2.).
Von diesem Moment an entwickelte sich ein intensives Spiel, das – nicht zuletzt aufgrund des Platzes – von vielen Ausrutschern, Grätschen und harten Zweikämpfen geprägt war. Einen Freistoß von halblinks setzte Aachens Torjäger Lars Gindorf knapp am Tor vorbei (23.).
Nach einer Phase mit viel Druck von Aachen kam Cottbus zurück ins Spiel: Cigerci scheiterte erst mit einem Solo am Pfosten (30.) und setzte kurz darauf einen freien Schuss aus etwa zehn Metern über das Tor (31.).
Unmittelbar vor der Halbzeit fand ein Seitenwechsel zu Pierre Nadjombe von Aachen, der völlig überrascht frei vor dem Tor stand und vergab (45.). Nach einem Rempler entwickelte sich eine Rudelbildung, bevor es torlos in die Kabinen ging.
Zur zweiten Halbzeit wechselte Cottbus Merveille Biankadi für den gelb-verwarnte Justin Butler ein. Direkt nach dem Anstoß setzte Moritz Hannemann zu einem Angriff an, flankte in die Mitte zu Cigerci, doch Riemann klärte nach 12 Sekunden (46.).
Es zeichnete sich ab, dass ein Standard als Schlüssel zum Tor dienen würde. Tatsächlich stand plötzlich Faton Ademi von Aachen völlig frei und musste nach einer Ecke nur noch einschieben – 1:0 (54.).
Cottbus-Trainer Pele Wollitz reagierte mit frischen Kräften: Nach einer Stunde brachte er Can Moustfa und Henry Rorig ins Spiel. Dennoch schlugen die Hausherren mitten in diese Phase erneut zu: Gindorf setzte sich durch und Mika Schroers überwand Funk mit einem Lupfer – 2:0 (62.). Wollitz zeigte sich an der Seitenlinie sichtlich verärgert.
Das Team aus Cottbus versuchte nun mit Wut im Bauch den Anschlusstreffer zu erzwingen, doch ein richtiger Sturmangriff blieb, nicht zuletzt wegen zahlreicher Unterbrechungen, lange aus. Erst in der 84. Minute gelang Biankadi nach einer Ecke der Anschlusstreffer. Aachen antwortete prompt durch Marius Wegmann, ebenfalls per Ecke, zum 3:1 (86.) – war das bereits die Vorentscheidung?
Wollitz wechselte noch einmal offensiv und brachte zwei neue Spieler, doch seine Mannschaft musste die Quittung zahlen: Dynamo-Leihgabe Oehmichen überwand Funk nach einem Alleingang mühelos zum 4:1 (90.+3) und bescherte Energie die erste Niederlage in dieser Saison.
Die rund 1500 Fans im Gästeblock, komplett in Rot gekleidet und größtenteils mit einem Sonderzug angereist, standen jedoch bis zum Schluss hinter ihrer Mannschaft, die bis zum Abpfiff den Kopf oben behielt.
Erstmeldung: 18:19 Uhr, zuletzt aktualisiert: 21:03 Uhr
3. Liga, 29. Spieltag
Alemannia Aachen – Energie Cottbus 4:1 (1:0)
Aufstellung Aachen: Riemann – da Silva Kiala, Wegmann, Bagkalianis – Nadjombe (78. Castelle), Oehmichen, Ademi (90.+1 Bahn), Wagner (90.+2 Strujic) – Loune (75. Wiebe), Gindorf – Schroers (75. Sillah). Trainer: Selimbegovic.
Aufstellung Cottbus: Funk – Straudi (87. Boziaris), Cvjetinovic (87. Thiele), Awortwie-Grant, Lucoqui (61. Rorig) – Pelivan, Borgmann – Hannemann (61. Moustfa), Tolcay Cigerci, Butler (46. Biankadi) – Engelhardt. Trainer: Wollitz.
Schiedsrichter: Weisbach (Halle)
Tore: 1:0 Ademi (54.), 2:0 Schroers (62.), 2:1 Biankadi (84.), 3:1 Wegmann (86.), 4:1 Oehmichen (90.+3)
Gelbe Karten: Wagner, da Silva Kiala, Bagkalianis, Ademi, Gindorf / Borgmann, Butler, Lucoqui, Moustfa, Sebald
3. Liga Tabelle
Die Bedeutung der Tabelle in der 3. Liga ist wie folgt: Wer am Ende der Saison den ersten Platz belegt, wird Meister der 3. Liga und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt unmittelbar auf. Der Drittplatzierte muss in einer Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in der Liga kämpfen.