Trainieren dort, wo sonst Amateure kicken! Aufstiegsaspirant zur 2. Liga teilt sich Trainingsgelände mit Kreisliga-Mannschaft
Cottbus – Führt die Umtriebigkeit auf verschiedenen Trainingsplätzen am Ende tatsächlich in die 2. Bundesliga? Weil ein Rasenplatz saniert wird und ein anderer entlastet werden muss, pendelt Energie Cottbus zum Training quer durch die Stadt.
Am Dienstag fand die Einheit auf dem Platz des VfB Cottbus in der Schlachthofstraße statt, am Mittwoch trainierte die Mannschaft auf dem Gelände des SV Dissenchen. Diese Prozedur wird in der entscheidenden Saisonphase zur Routine.
Mit Kleinbussen fährt Energie vom LEAG Energie Stadion am Eliaspark etwa zehn Minuten zum Stadtrand von Cottbus, wo es nicht einmal mehr eine Straßenbahnhaltestelle gibt.
Was vermutlich nicht einmal alle Spieler wissen: Vor knapp drei Tagen wurde dort noch ein Testspiel zwischen einem Team aus der neunten und einem aus der zehnten Liga ausgetragen.
Der Aufstiegsanwärter zur 2. Liga, Energie Cottbus, nutzt also faktisch dieselbe Spielfläche wie eine Mannschaft aus der Kreisliga!
Eine Ironie des Schicksals: Co-Trainer Tobias Röder (28) bemerkte am Mittwoch beim Betreten des Rasens, dass dies „der beste Trainingsplatz“ sei, den das Team in diesem Jahr bisher hatte.
Cheftrainer Pele Wollitz (60) stellt bei jeder Gelegenheit klar, dass dies ausdrücklich keine Kritik an den Mitarbeitern einer externen Firma sein soll, die sich an vielen Tagen in der Woche um die vereinseigenen Rasenplätze kümmern.
Die Plätze sind jedoch stark beansprucht und durch den strengen Winter stark beschädigt.
Während beispielsweise bei Konkurrent Hansa Rostock in der vergangenen Woche neuer Rollrasen im Stadion verlegt wurde, hält Energie weiterhin den strikten Sparkurs ein.
Hinzu kommt, dass der sonst mehrmals wöchentlich genutzte Trainingsplatz in der Parzellenstraße von der Stadt bis zur Sommerpause renoviert wird.
Auch dieser Platz ist etwa zehn Gehminuten von den Kabinen entfernt. Der Weg führt unter einer Brücke hindurch, über Treppen bergauf und bergab sowie entlang einer stark befahrenen Straße.
Für Profisportler sind diese Wege zwar keine große Belastung, dennoch entsprechen die Rahmenbedingungen weder modernen Standards noch sind sie besonders einladend.
Vielleicht sind es genau diese Widrigkeiten, die Energie Cottbus am Ende anspornen, die extra Kilometer zurückzulegen und den Aufstieg in die 2. Liga zu schaffen ...
Tabelle der 3. Liga
Die Bedeutung der 3.-Liga-Tabelle ist folgende: Der Tabellenführer am Saisonende wird Meister der 3. Liga und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt ohne Umwege auf. Der Drittplatzierte bestreitet eine Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga, um den Verbleib oder Aufstieg zu klären.