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Ohne Verstärkung kein Aufstieg? Cottbus sucht den perfekten Spielmacher!

Cottbus – Handelt es sich hier um eine selbsterfüllende Prophezeiung? Seit Wochen wird bei Energie Cottbus über die Verpflichtung eines zentralen Mittelfeldspielers diskutiert. Der glückliche Punktgewinn in Saarbrücken (1:1) verstärkt diese Debatte zusätzlich.

Nach dem Abpfiff sprach Trainer Pele Wollitz (60) etwa drei Minuten lang im Kreis mit seiner Mannschaft.

Das Unentschieden in Saarbrücken bot reichlich Gesprächsstoff und bestätigte eine (wenig überraschende) Erkenntnis: Cottbus benötigt dringend einen strategischen Kopf im defensiven Mittelfeld.

Energie offenbarte nicht nur erneut Schwächen bei hohen Bällen, sondern auch offensichtliche Lücken und große Abstände beim Rückzugsverhalten. Zudem ließ die Spielstruktur und das Tempo zu wünschen übrig.

Vor allem im zentralen Mittelfeld war Lukas Michelbrink (20) häufig auf sich allein gestellt, was Wollitz in seiner Einschätzung bestärkt haben dürfte: Ein herausragender Organisator muss her!

Denn nur so kann das Ziel Aufstieg bis zum Saisonende noch realistisch bleiben. Im Interview mit MagentaSport sprach der Trainer Klartext: "Ich denke, einen solchen Spieler haben wir im defensiven Bereich nicht. Andere Teams verfügen jedoch über diesen Typ. Und genau der könnte entscheidend sein, um vielleicht den einen oder anderen Erfolg mehr zu erzielen."

Wollitz ließ offen, ob er dabei an einen Abwehrchef oder einen Mittelfeldlenker denkt, umschrieb jedoch das Anforderungsprofil folgendermaßen: „Ein Spieler, der nicht viel laufen muss, sondern Situationen frühzeitig erkennt und Impulse setzt. Ein Spieler, bei dem die Mitspieler ein gutes Gefühl haben.“

Das klingt ganz nach Tolga Cigerci (33), dessen Verpflichtung Wollitz allerdings am vergangenen Donnerstag überraschend abgelehnt hatte.

Selbst Torschütze Moritz Hannemann (27), der auf der ungewohnten Position im linken Mittelfeld agierte, räumte im TV-Interview ein, dass ein solcher Spielertyp dem Team helfen würde. Gleichzeitig betonte er: „Wir müssen es aber auch ohne schaffen.“

Fakt ist: Während Lukas Michelbrink (20) noch Erfahrung auf hohem Niveau fehlt, gilt Stammspieler Dominik Pelivan (29) als kein Lautsprecher auf dem Platz.

Mit der offenen Suche nach dem „Mister X“ geht Energie ein Risiko ein: Scheitert die Verpflichtung bis zum 2. Februar, stehen nicht nur die aktuellen Spieler unter Druck – alle Beteiligten hätten für die Rückrunde ein Alibi.

Tabelle der 3. Liga

Die Endplatzierung in der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Der Erste am Saisonende wird Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt unmittelbar auf. Der Drittplatzierte muss in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib zu sichern.