zurück

Ex-Aue-Sportdirektor Heidrich scheidet aus: Wer übernimmt künftig die Leitung des NLZ in Cottbus?

Cottbus – Eigentlich sollten im Mai im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) von Energie Cottbus frische Impulse gesetzt werden. Doch der erhoffte Wechsel auf Schlüsselpositionen verzögert sich weiterhin.

Anfang Mai hatte U19-Trainer Alain Karim (39) sein Team, das das Viertelfinale erreichte, vorzeitig und im Streit mit der Vereinsführung verlassen. Auch die Trennung von Matthias Rahn (36), der wie Karim nach Greifswald wechselte, war schon lange geplant.

Diese Abgänge bedeuten einen grundlegenden personellen Neuanfang. Rahn verlässt den Verein nach insgesamt sechs Jahren, davon vier als Leiter des NLZ.

Mit dem Wirken des ehemaligen Profispielers, der seine Karriere verletzungsbedingt in Cottbus beenden musste, zeigte sich der Verein zunehmend unzufrieden. Besonders belastend war das Vertragschaos rund um das Talent Linus Güther (16). Das vielversprechende Nachwuchstalent wechselte im vergangenen Sommer zu Union Berlin, während Energie bis heute keine finanzielle Entschädigung erhalten hat.

FCE-Präsident Sebastian Lemke (42) bestätigte gegenüber TAG24: „Bislang gab es weder eine Einigung, Verhandlungen noch ein offizielles Gespräch zwischen Energie Cottbus und den beteiligten Parteien im Zusammenhang mit dem Wechsel von Linus Güther.“

Der Klub prüfe weiterhin „alle rechtlichen und partnerschaftlichen Möglichkeiten“.

Wer die Nachfolge von Rahn antritt, ist noch unklar. Matthias Heidrich (48), ehemaliger Sportchef beim FC Erzgebirge Aue und zuletzt öfter im Umfeld von Energie gesehen, wird den Posten nicht übernehmen. Nach Informationen von TAG24 konnten sich beide Seiten nicht einigen. Ein weiterer Kandidat für die NLZ-Leitung hatte Anfang Mai ebenfalls abgesagt.

Fest steht jedoch: Vereinsikone Daniel Ziebig (43) übernimmt künftig die U19-Mannschaft. Ziebig, der zuletzt zwei Jahre die U17 betreute, führt die älteren Spieler in die nächsthöhere Altersklasse.

Damit ist die Position des U17-Trainers frei. Lemke erklärte: „Wir wollen diese Woche für beide Stellen eine Entscheidung treffen.“

Ein zentrales Problem bleibt die Struktur innerhalb der sportlichen Führung. Trainer und Manager Pele Wollitz (60) ist zeitlich stark eingespannt, da er neben Aufstellung, Taktik und Training auch die Spieler- und Vertragsgespräche mit der Profi-Mannschaft führt. Ein Leiter für den Lizenzfußball könnte hier Entlastung bringen.

Ein zusätzlicher Anreiz für die Neubesetzung der NLZ-Leitung könnte sein, dass der neue Verantwortliche auch den Trainerposten der U17 mitbringt. Klar ist: Die wichtigsten Kaderfragen müssen im Nachwuchsbereich so schnell wie möglich geklärt werden.