Schwitzen statt schlafen – Wollitz verschärft das Training in Cottbus
Cottbus – Nach der deutlichen 1:4-Niederlage in Aachen steht Energie Cottbus im Kampf um den Aufstieg in der 3. Liga unter Zugzwang und muss dringend wieder Siege einfahren. Deshalb verschärft Trainer Pele Wollitz (60) nun das Training!
Der Trainingsplan der kommenden Tage erinnert an eine Vorbereitung in der Sommervorbereitung: Nach dem trainingsfreien Sonntag sind bis zum Heimspiel gegen den SSV Ulm (Samstag, 14 Uhr) insgesamt sieben Einheiten innerhalb von nur fünf Tagen angesetzt.
Bereits Dienstag und Mittwoch beginnen die Einheiten jeweils schon um 10 Uhr, eine Stunde früher als noch in der vergangenen Woche. Das Motto lautet dabei ganz klar: schwitzen statt schlafen!
Die Botschaft dahinter ist eindeutig – Energie muss sich durch harte Arbeit das notwendige Spielglück wieder erkämpfen, denn in dieser Saison gelang nur in zwei von zehn Partien der frühe Führungstreffer.
Hinzu kommt, dass das Restprogramm nach Ostern kein Selbstläufer ist. Daher sind Siege gegen Ulm und Havelse jetzt unerlässlich.
Um das zu schaffen, müssen die Cottbuser aber auch widrigen Bedingungen trotzen, denn in dieser Woche finden gleich drei Trainingseinheiten nicht auf dem heimischen Platz statt und das Team muss für diese durch die Stadt fahren.
Nach zwei Wochen mit wenig Belastung hat Energie viele "Hausaufgaben" (O-Ton Wollitz) aus Aachen mitgenommen. Die wohl wichtigste: Die Chancenverwertung vor dem Tor verbessern und die Verantwortung auf mehrere Spieler verteilen.
Während die Offensive in der Hinrunde noch eine Stärke des Teams war (durchschnittlich 2,2 Tore pro Spiel), präsentiert sich die Angriffsbilanz im neuen Jahr als Schwachpunkt mit nur 1,2 Treffern pro Partie. Erik Engelhardt (27) wartet seit sieben Spielen auf einen Treffer, Tolcay Cigerci (31) hat im Jahr 2026 aus dem Spiel heraus noch kein Tor erzielt.
Timmy Thiele (34) und Ted Tattermusch (24) sind aktuell keine entscheidenden Faktoren, während Merveille Biankadi (30) und Justin Butler (24) auf den Flügeln zu inkonstant auftreten.
In der Defensive zeigte sich Energie in Aachen zudem zweimal bei Standards schläfrig, während vorne trotz eines Übergewichts von 9:4 Eckstößen bei ruhenden Bällen nur eine gefährliche Situation entstand.
Da ähnlich schwierige Platzverhältnisse wie in Aachen und im LEAG Energie Stadion weiterhin zu erwarten sind, könnten Standards im Saisonendspurt eine noch größere Rolle spielen. Rostocks Lebeau beispielsweise traf im Verfolgerduell gegen Duisburg unmittelbar nach einem schnellen Eckstoß.
Vielleicht kommen die taumelnden Ulmer (sieben Partien ohne Sieg, zuletzt 16 Gegentore) gerade recht, damit aus der schweißtreibenden Trainingswoche endlich ein Erfolgserlebnis wird.
Tabelle der 3. Liga
Die Bedeutung der Tabelle in der 3. Liga ist wie folgt: Der Tabellenführer am Saisonende ist Meister der 3. Liga und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte sichert sich direkt den Aufstieg. Der Drittplatzierte hingegen muss in einem Relegationsspiel gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib in der Liga zu klären.