Nach Zusage folgt Absage: Politiker erscheinen nicht zum Vereinsjubiläum in Cottbus
Cottbus – Obwohl die Zustimmung vorlag, folgte nun die Absage: Das Land Brandenburg hat den Baubeginn am Cottbuser Stadion genehmigt – doch zum feierlichen 60-jährigen Jubiläum des Vereins wird kein Landespolitiker erscheinen.
Am Donnerstagvormittag gab der Aufstiegsanwärter bekannt, dass das LEAG Energie Stadion ab sofort für die 2. Bundesliga ertüchtigt werden kann – und das elf Monate nach der ursprünglichen politischen Zusage.
Auf die Freude über diesen Fortschritt folgte jedoch eine Enttäuschung: Bis zum Donnerstag stand fest, dass kein Vertreter der Staatskanzlei aus Potsdam an den Feierlichkeiten am Samstag teilnehmen wird.
Diese Information teilte FCE-Vorsitzender Sebastian Lemke (42) bei einer Pressekonferenz mit:
„Natürlich haben wir als mitgliederstärkster und – meines Erachtens – erfolgreichster Verein in Brandenburg die Politik eingeladen. Leider haben wir trotz Zusagen auch Absagen erhalten. Aktuell wird kein Politiker aus Potsdam anwesend sein, was ich persönlich sehr bedauere.“
In den vergangenen Monaten gab es rund um die Diskussion um das Cottbuser Stadion immer wieder hitzige Debatten. Besonders das Verhältnis zu Ministerpräsident Dietmar Woidke (66, SPD) und Sportminister Steffen Freiberg (44, SPD) gilt als angespannt.
Nach Angaben von Lemke brachte in den letzten Wochen eine weitere Person aus der Staatskanzlei die Entwicklung ins Rollen. Die Förderung für das Stadion in Höhe von zwei Millionen Euro wurde bisher noch nicht bewilligt, gilt aber als wahrscheinlich.
Für Lemke ist das jedoch kein Grund zur Entspannung: „Wir sind dankbar, dass uns zwei Millionen Euro an Steuergeldern zur Verfügung gestellt werden. [...] Trotzdem muss ich leider sagen: Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und ab Montag beginnt der Kampf um eine größere Lösung.“
Energie Cottbus drängt auf ein umfassenderes Stadionkonzept. Doch selbst die hierfür in Auftrag gegebene Studie hängt zwölf Monate nach Antrag noch immer in der Schwebe.
Verärgert stellte Lemke fest: „Das ist alles eine große Summe, und ich möchte das nicht kleinreden. Aber es geht um 250.000 Euro, während andernorts – in meiner Wahrnehmung – leichter Millionenbeträge bewilligt werden. Ich betone nochmals, ich habe es nun auch schriftlich aus Potsdam: Fußball ist in Brandenburg ein Kulturgut und daher förderfähig.“
Mit der kurzfristigen Ertüchtigung des LEAG Energie Stadions hat Energie Cottbus ein „Zwischenziel“ erreicht, doch in den kommenden Monaten gilt es, den Kontakt nach Potsdam weiter zu stärken.
Tabelle 3. Liga
Die Bedeutung der Tabelle der 3. Liga ist wie folgt: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Meister der 3. Liga und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt direkt auf. Der Drittplatzierte muss in einem Relegationsspiel gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder den Verbleib in der Liga zu klären.