zurück

Wollitz riskiert gegen Stuttgart - und Cottbus gewinnt den großen Preis

Cottbus – Dieser enorme Kraftaufwand zahlt sich aus! Energie Cottbus setzte sich am Dienstagabend in Aspach mit 2:1 (0:0) durch und überwand dabei alle Hindernisse. Als Belohnung durfte das Team am Mittwoch ausnahmsweise per Flugzeug nach Hause reisen, statt die sonst übliche Busfahrt antreten zu müssen.

Die Reiseroute der Mannschaft von Trainer Wollitz verlief so: Cottbus–Stuttgart–Aspach–Stuttgart–Berlin–Cottbus. Die Spieler starteten gegen 9 Uhr in Stuttgart und landeten wieder in der Hauptstadt.

Im Gepäck befanden sich drei hart erkämpfte Zähler gegen die Nachwuchsspieler des VfB Stuttgart.

Der Höhenflug der Lausitzer setzt sich trotz der Strapazen der langen Reise über die halbe Republik fort. Während der 600 Kilometer langen Busfahrt nach Aspach zeigte das Team keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Am Spieltagmorgen hatte Trainer-Urgestein Pele Wollitz (60) seine Kapitäne Axel Borgmann (31) und Tolcay Cigerci (31) informiert, zunächst ohne sie zu starten. Wollitz erklärte: "Es ist wichtig, den Spielern, die zuletzt weniger zum Einsatz kamen, eine Chance zu geben."

Der Zeitpunkt war in der anstrengenden Englischen Woche gekommen. Insgesamt nahm Wollitz vier Wechsel vor – und sein gewagtes Spiel zahlte sich aus.

Vor allem Justin Butler (24) zeigte wohl seine beste Leistung im Trikot von Energie, auch Jannis Boziaris (22) setzte deutliche Akzente.

In der 58. Minute brachte dann das zurückgekehrte Stammpersonal Borgmann, Cigerci und Moritz Hannemann (27) die Wende nach einem unglücklichen Gegentor und dem Rückstand von 0:1.

Bis dahin hatte Energie zwar ansehnlich gespielt, aber den entscheidenden Punch vermissen lassen. Ab der 60. Minute ergriff Cottbus das Kommando und hätte deutlich mehr als nur zwei Tore erzielen können.

Wollitz zeigte sich überzeugt: "Für mich ist das wahre Teamgeist. Ich weiß, welches Risiko man eingeht, wenn sowas nicht klappt. [...] Aber ich halte es für wichtig, die gesamte Mannschaft einzubinden."

Mit seinem riskanten „Roulette-Spiel“ hat Wollitz den großen Gewinn eingefahren. Energie sicherte sich drei Punkte an dem Ort, an dem im Vorjahr der Abstieg begann, stärkte die Teamgemeinschaft und sparte Kräfte für das Ostderby gegen Hansa Rostock am Samstag.

Die Sieger gegen Stuttgart haben am Donnerstag trainingsfrei, bevor am Freitag die letzte Einheit vor dem Ostderby auf dem Programm steht. "Ich bin überzeugt, dass uns dieses Spiel einen wichtigen Schritt nach vorne gebracht hat", zog Wollitz ein optimistisches Fazit.

Tabelle der 3. Liga

Die Bedeutung der Tabelle in der 3. Liga ist folgende: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Meister der 3. Liga und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt ohne Umweg auf. Der Drittplatzierte muss in die Relegation mit dem Drittletzten der 2. Bundesliga, um über den Aufstieg oder den Verbleib in der Liga zu entscheiden.