Neue Schulden beim Spitzenreiter der 3. Liga: Darum verschuldet sich Cottbus erneut
Cottbus – Der lange erwartete Jahresabschluss von Energie Cottbus liegt jetzt vor – wenn auch mit einer Verspätung von drei Monaten – und offenbart auf den ersten Blick eine Überraschung: Die langfristigen Verbindlichkeiten haben zugenommen.
Diese Information gab der Tabellenführer der 3. Liga am Freitagnachmittag in einer separaten E-Mail an seine Mitglieder bekannt, die TAG24 vorliegt.
Das Schreiben, das zahlreiche Zahlen enthält, behandelt zwei Geschäftsjahre: Die verbleibende Saison 2023/24 sowie die Spielzeit 2024/25. Hintergrund ist die Umstellung der Bilanzierung vom Kalenderjahr auf das Spieljahr.
Demnach schloss die Rückrunde 2023/24 mit einem Defizit von 492.835,93 Euro ab – trotz des Aufstiegs in die 3. Liga. Der Verein führt als Erklärung „deutliche Einnahmen“ durch Sponsoren und Ticketverkäufe an, die allerdings in die erste Hälfte der Saison fallen.
Gleichzeitig verstärkte Energie im Januar 2024, damals noch Regionalligist, seinen Kader mit sechs namhaften Neuzugängen, was letztlich den Aufstieg in die 3. Liga ermöglichte.
Die langfristigen Schulden beliefen sich auf 6,658 Millionen Euro, hauptsächlich in Form von Bankdarlehen für den Umbau und Erwerb des Stadions.
Nach dem Aufstieg tätigte Cottbus weitere umfangreiche Investitionen – vor allem zur Sanierung der in die Jahre gekommenen Infrastruktur. Für Renovierungen im Kabinentrakt, den Wellnessbereich, den Bau des FAN.SHOP.CAFÈS sowie verschiedene Reparaturen am Stadion nahm der Klub weitere Verbindlichkeiten auf.
Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2025 wies das Dokument Schulden in Höhe von 8,406 Millionen Euro aus. Zum 31. Dezember 2023 waren es noch 6,115 Millionen Euro gewesen.
Trotzdem erzielte Energie in der vergangenen Saison einen leichten Überschuss von 48.533,63 Euro – das Vereinsvermögen war zum 30. Juni 2025 mit minus 86.320,68 Euro nur geringfügig negativ.
Positiv ist zudem, dass die Bilanzsumme des Vereins nach dem Aufstieg und dem beinahe durchmarsch in die 2. Bundesliga auf beeindruckende 10,136 Millionen Euro angewachsen ist.
Die beantragten zwei Millionen Euro Fördermittel des Landes Brandenburg für die Sanierung des Stadions sind bisher noch nicht berücksichtigt. Stattdessen hat der Klub viele Maßnahmen vorfinanziert.