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Keine Tabus bei der Diskussion um die Stadion-Zukunft! Auch ein kompletter Neubau in Cottbus wird erwogen

Cottbus – Früher wurden im Stadion der Freundschaft bereits die Bayern besiegt. Doch wie lange kann die traditionsreiche Sportstätte noch genutzt werden? Eine aktuelle Stadion-Studie soll nun Aufschluss über die Zukunft geben.

Sollte Cottbus am Saisonende aufsteigen, müsste Energie das Stadion für die 2. Bundesliga entsprechend ertüchtigen. Doch um den Profi-Fußball in der Lausitz langfristig zu sichern, wird derzeit intensiver denn je über einen Neubau diskutiert.

Die erforderlichen Modernisierungen im Falle eines Aufstiegs bezeichnet FCE-Präsident Sebastian Lemke (42) hingegen lediglich als „Kosmetik“. Zwar würden die Stadionbedingungen dann den Lizenzvorgaben der DFL entsprechen, wirtschaftlich gesehen reiche das jedoch nicht aus.

Das in die Jahre gekommene Stadion ist sowohl baulich, strukturell als auch hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse ein Fass ohne Boden, wie der Vereinsvorsitzende mehrfach betonte.

Im Gegensatz zu fast allen anderen Clubs müsste der Verein als alleiniger Eigentümer sämtliche Sanierungen und Umbaumaßnahmen aus eigener Tasche bezahlen – als Drittligist und wohl auch in der 2. Liga kaum machbar!

Deshalb steht die Sanierung des Stadions jetzt ganz oben auf der Agenda, und Lemke nimmt das Thema persönlich in die Hand. Viele seiner Vorgänger haben die Angelegenheit immer wieder vor sich hergeschoben. Kurz vor dem Jubiläum des Vereins Ende Januar machte der Chef deutlich:

„Ganz ehrlich gesagt, ist jeder Tag, jede Woche, jedes Jahr zu spät“, so Lemke, der die Problematik schon jetzt als zehn bis fünfzehn Jahre überfällig einschätzt.

Bei der Frage nach der künftigen Ausrichtung des Stadions gibt es keinerlei Tabus: Von der umfassenden Modernisierung über einen kompletten Umbau bis hin zu einem Neubau ist alles denkbar.

Der FCE-Präsident denkt unter anderem an einen größeren und moderneren VIP-Bereich sowie Logen, die es bisher nicht gibt und die daher ein klares Manko bei der Vermarktung darstellen.

Viele zeitgemäße Stadien sind heute multifunktionale Arenen, die neben Fußball auch für andere Sportarten, Konzerte oder Kongresse genutzt werden – auch dies könnte eine Möglichkeit zur Refinanzierung bieten.

Die nachhaltigste und wirtschaftlich sinnvollste Lösung soll das Bundesprogramm STARK aufzeigen. Vor wenigen Wochen traf der lang erwartete Förderbescheid ein, und ab Juni soll eine Konzeptstudie beginnen.

Der Verein hat die Vergabe an Planungsbüros öffentlich ausgeschrieben. Mit Ehrenmitglied Ernst Thierfelder vom Energieclub90 gibt es einen eigens ernannten Projektleiter.

Der ausgebildete Bauingenieur war früher Geschäftsführer mehrerer Unternehmen und hat bereits zahlreiche Bauvorhaben rund um das Stadion begleitet – er weiß genau, dass die Stunde für die Kultstätte gekommen ist.