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War der Ball tatsächlich im Tor? Fußball-Deutschland debattiert über dieses umstrittene Tor

Cottbus – Große Aufregung herrscht nach dem Abpfiff in Cottbus: Energie fühlt sich beim 1:1 gegen Waldhof Mannheim um einen vermeintlichen Siegtreffer betrogen.

Tolcay Cigerci (31) und Axel Borgmann (31) stürmten auf Schiedsrichter Ben Henry Uhrig (25) zu und verlangten vehement die Anerkennung des Tores. Doch der Unparteiische blieb bei seiner Entscheidung – kein Tor.

Auch nach Spielende lässt sich die Situation nicht eindeutig klären, da in der 3. Liga keine Torlinientechnik zum Einsatz kommt.

Die ersten Zeitlupenaufnahmen bieten lediglich Hinweise: Der Ball prallt von der Unterkante der Latte hinter die Torlinie, wo sich auch Mannheims Torwart Thijmen Nijhuis (27) aufhält.

Eine Kameraperspektive des SWR zeigt, dass die Beine und Arme des Keepers klar hinter der Linie liegen, während sein Oberkörper nach vorne leicht durchgebogen ist.

Vom Hüftbereich aus wird der Ball wieder aus dem Tor herausgespielt. Das Netz bewegt sich, da der Mannheimer mit beiden Armen oben dagegendrückt.

Obwohl die Bilder auf ein Tor hindeuten, reicht Nijhuis’ Stellung nicht als eindeutiger Beweis, um mit absoluter Sicherheit auf Treffer zu entscheiden.

Auch nach dem Spiel reißen die Diskussionen im Cottbuser Presseraum nicht ab. Energie-Trainer Pele Wollitz (60) betont: „Wer sich die Szene genau anschaut, sieht, dass es ein klares 2:1 war.“

Gleichzeitig nimmt er den bedauernswerten Schiedsrichter in Schutz: „Die Schuld allein dem Unparteiischen zuzuschreiben, wäre falsch.“

Dieser stand am Strafraumrand an korrekter Position, konnte aber angesichts des Tumults nicht mit Sicherheit beurteilen, ob der Ball vollständig über der Linie war.

Aus Sicht von Energie ist es besonders ärgerlich: Da die Ecke mit Effet getreten wurde, konnte der Linienrichter nicht auf Höhe der Torlinie stehen, ohne Cottbus’ Tolcay Cigerci zu behindern. Dadurch war sein Blickwinkel eingeschränkt.

Daher zeigt sich Wollitz auch zurückhaltend und fordert eher seine Spieler: „Die Schiedsrichter haben den schwierigsten Job, weil sie von oben enormen Druck spüren. [...] King [Manu] hätte vorher das 2:1 erzielen können.“

Der FCE-Verteidiger verpasste zwei Minuten zuvor eine Großchance aus kurzer Distanz und scheiterte an Mannheims Torwart Nijhuis.

Wie dem auch sei – nach diesem Vorfall wird die Debatte um technische Unterstützung in der dritten deutschen Profiliga sicherlich wieder an Schwung gewinnen.