Hat sich Wollitz verrechnet? FCE-Aufstellung geht völlig daneben
Cottbus/Saarbrücken – Was ist nur aus der Energie der Hinrunde geworden? Beim holprigen Auftakt in Saarbrücken (1:1) kam der FCE überhaupt nicht in Schwung. Hat Trainer Pele Wollitz (60) mit seiner Aufstellung einen Fehler gemacht?
Vor dem Anpfiff dürften sich viele der rund 900 mitgereisten Fans sowie die Energie-Anhänger zuhause vor den Bildschirmen verwundert die Augen gerieben haben: Stammspieler Dominik Pelivan (29) und der Verteidiger Leon Guwara (29) saßen beide nur auf der Bank.
Ihre Nicht-Nominierung in der Startelf überraschte ebenso stark wie die Aufstellung von Lukas Michelbrink (20) und Jannis Boziaris (22) von Beginn an.
Wollitz ging hohes Risiko ein, wollte die beiden Nachwuchsspieler für ihre überzeugende Vorbereitung belohnen und gleichzeitig der Überraschungsmannschaft die notwendige Lockerheit erhalten.
Doch die Idee, mit den beiden Youngstern im zentralen Mittelfeld sowie Allrounder Moritz Hannemann (27) anstelle von Kapitän Axel Borgmann (31) auf der linken Seite im Raute-System zu agieren, erwies sich als völliger Fehlschlag. Weder individuell noch im Zusammenspiel fand das Mittelfeld seinen Takt.
Wollitz riss nicht nur ohne zwingenden Grund die bisher erfolgreiche Dreierreihe aus Pelivan, Borgmann und Tolcay Cigerci (30) auseinander, sondern versäumte es auch, eine klare Stabilität im Zentrum zu schaffen.
Statt des gewohnten flüssigen Spiels häuften sich die Ballverluste. Symptotisch für den schwierigen Tag: Selbst der technisch versierte Cigerci unterliefen einige gravierende Abspielfehler.
Energie mangelte es an Mut und Genauigkeit, sodass Saarbrücken – wie beim 1:1 – immer wieder durch den unaufhaltsamen Florian Pick (30) eingeladen wurde. Zudem fehlte die nötige Ausdauer, verlorene Bälle zurückzuerobern.
Erst in der 59. Minute reagierte Wollitz und brachte mit den erfahrenen Pelivan und Guwara frische Impulse, wodurch die Saarbrücker Angriffswelle gestoppt werden konnte.
Nach den Wechseln – Cottbus spielte nun mit Borgmann im Mittelfeld – präsentierte sich Energie deutlich stabiler. Allerdings wäre diese Umstellung spätestens zur Halbzeitpause notwendig gewesen.
Entsprechend zurückhaltend fiel Wollitz’ Kommentar zur Aufstellung nach dem Spiel aus, sodass der Coach am Ende eingestehen musste: „Mit dem Punkt können wir zufrieden sein.“
Einzig Hannemann verhinderte mit seinem Treffer vor der Pause, dass aus dem glücklichen Anfang kein katastrophaler Start wurde.