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Schlechter als Toppmöller: Markiert der BVB das vorzeitige Aus für Riera?

Von Christian Johner

Frankfurt am Main – Albert Riera (44) sieht sich mittlerweile nicht nur bei den Anhängern von Eintracht Frankfurt, sondern auch bei einigen Fachleuten mit Kritik konfrontiert. Selbst die Vereinsverantwortlichen scheinen vor der Begegnung gegen Borussia Dortmund kaum noch an eine Wende unter dem unkonventionellen Spanier zu glauben.

Bereits am Freitagabend um 20.30 Uhr könnte für Riera der vorläufig letzte Auftritt in der Bundesliga stattfinden. Ein Abschied nach dem 33. Spieltag mag zunächst unwahrscheinlich erscheinen, wird bei einer Niederlage allerdings nicht ausgeschlossen.

Nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV hatten die Entscheider eine eindeutige Stellungnahme vermieden. Ein Abschied wenige Tage vor dem Saisonende würde zur angespannten Situation bei Eintracht Frankfurt passen – sowohl zum Auftreten von Trainer Riera als auch zur Rolle von Sportvorstand Markus Krösche (45) und zu den enttäuschenden Leistungen dieser eigentlich sehr talentierten Mannschaft.

Das einst so glänzende Image der Eintracht, die vor nicht allzu langer Zeit ganz Deutschland mit ihren magischen Europapokal-Abenden begeisterte, ist inzwischen beschädigt.

„Wir alle haben uns in den vergangenen Jahren in den Fußball verliebt, den Eintracht Frankfurt gezeigt hat, sowohl in der Bundesliga als auch in Europa“, schrieb Lothar Matthäus (45) in seiner Kolumne für den Fernsehsender Sky. Unter Riera präsentieren sich die Hessen jedoch mit einem biederen Spielstil, der wenig offensive Highlights bietet. Der Erfolg bleibt aus – das wiegt besonders schwer.

Derzeit belegt die Eintracht lediglich den achten Tabellenplatz und liegt mit einem Punkt Rückstand auf den siebtplatzierten SC Freiburg. Dieser Platz wäre immerhin die sichere Qualifikation für die Conference League, das Minimalziel des Klubs.

Sollte dieses Ziel verfehlt werden, wären die Frankfurter zum ersten Mal seit der Saison 2020/2021 nicht in einem europäischen Wettbewerb vertreten – ein empfindlicher Rückschlag für die ehrgeizigen Verantwortlichen.

In dieser Spielzeit zeigt sich die Eintracht allerdings als eher unspektakuläres Mittelmaß. „Die Saison läuft nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, stellte Krösche klar.

„Ich glaube, der Wechsel von Dino Toppmöller (45) zu Albert Riera hat nichts gebracht“, so Matthäus weiter. Die Zahlen bestätigen diese Einschätzung.

Unter Riera gab es in zwölf Begegnungen vier Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen – das entspricht einem Schnitt von 1,33 Punkten pro Spiel. Zum Vergleich: Toppmöller erreichte in dieser Saison durchschnittlich 1,5 Punkte pro Partie. Die Verpflichtung Rieras entpuppt sich nicht nur sportlich als Fehlschlag, sondern erweist sich in vielerlei Hinsicht als Fehlgriff.

Der 44-Jährige war Anfang Februar vom slowenischen Klub NK Celje gekommen und galt als Wunschlösung von Krösche.

Das Verhältnis zu erfahrenen Profis wie Jonathan Burkardt (25) oder Bankdrücker Mario Götze (33) wird als angespannt beschrieben. Auf einigen denkwürdigen Pressekonferenzen kritisierte er auch wiederholt Medienvertreter. „Wer sich mit den lokalen Journalisten anlegt, hat nur einen Gewinner – und das ist nicht er“, kommentierte TV-Experte Dietmar Hamann (52).

Laut Medienberichten ist eine Trennung von Riera im Sommer – unabhängig von den Spielen gegen den BVB und am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart – unvermeidbar.

Die Anhänger haben eine klare Meinung: Als der Stadionsprecher beim Heimspiel gegen den HSV zuletzt Rieras Namen nannte, war das Pfeifkonzert deutlich zu hören – die Unzufriedenheit ist offenkundig.

Die Spekulationen um potenzielle Nachfolger haben bereits begonnen. Ein weiteres Experiment wie mit Riera wird Krösche wahrscheinlich nicht eingehen. Der 45-Jährige, der in den vergangenen Jahren oft kluge Transferentscheidungen traf und sich als einer der besten Manager Deutschlands etablierte, kann sich kaum einen zweiten Fehlgriff leisten.

Krösche, dessen Vertrag bis 2028 läuft, war das Risiko bei Riera vermutlich bewusst. Bereits während seiner Zeit bei Girondins Bordeaux war der Spanier als Trainer umstritten. Dort betreute er den Verein von 2023 bis 2024 etwa neuneinhalb Monate.

In Frankfurt wird er diese Dauer aller Voraussicht nach nicht erreichen.

Die Tabelle der Bundesliga

Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Klub, der am Saisonende Platz 1 belegt, ist Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) darf in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.