Kann Riera mit Eintracht Frankfurt den Neubeginn schaffen? „Ich habe Glanz in den Augen gesehen“
Frankfurt am Main – Flutlicht an, der Ernstfall steht bevor! Albert Riera (43) gibt an der Alten Försterei gegen Union Berlin sein Debüt als Cheftrainer von Eintracht Frankfurt. Einen Tag vor seinem ersten Spiel zeigt er sich optimistisch.
Mit knapp 40 Minuten Verspätung betrat der Spanier am Donnerstag die Pressekonferenz, entschuldigte sich zunächst für die Verzögerung. „Wenn ich sehe, wie hier Getränke und Snacks bereitgestellt werden, mache ich mir aber weniger Sorgen“, kommentierte Riera humorvoll.
Doch schnell konzentrierte sich der 43-Jährige auf das Wesentliche: die Vorbereitung in den vergangenen vier Tagen seit Amtsantritt in der Mainmetropole. „Meine Aufgabe ist es, heute Nacht mit einem leeren Herzen ins Bett zu gehen“, erklärte er und zeigte dabei auf seine Brust.
Er habe sein gesamtes Wissen und alle relevanten Informationen mit den Spielern geteilt. Zwar seien die wenigen Tage sicherlich knapp bemessen gewesen, doch das Team habe alle nötigen „Werkzeuge“ erhalten, um bestehen zu können. Er sei „zufrieden“ und freue sich auf die Begegnung in Berlin.
„Ich habe den Glanz in den Augen der Spieler wahrgenommen“, berichtete Riera. „Sie haben meine Botschaften verstanden.“ Am Ende der länger als geplant dauernden Trainingseinheit habe er das Gefühl gehabt, „dass die Mannschaft genau weiß, was zu tun ist“. Für das Spiel gegen die Eisernen habe er die „beste Anfangsformation“ ausgesucht, wollte aber keine Details verraten.
Hartnäckig wies Riera alle Fragen zu seinen personellen Entscheidungen – besonders im Tor – zurück, um den „Überraschungseffekt“ zu wahren. Gleichzeitig betonte er, dass man den Gegner genau analysiert und alle Spielsituationen besprochen habe. „Letztlich liegt es aber an uns, wir wissen, was wir mit und ohne Ball leisten müssen.“
„Natürlich werden Fehler passieren, aber ich mache mir darüber keine Sorgen – vor allem nicht bei technischen Details“, sagte Riera. Außerdem werde man ihn nicht wild gestikulierend an der Linie erleben. „Das entspricht nicht meinem Stil, ich bleibe an der Seitenlinie ruhig.“
Gleichzeitig räumte er ein, dass er „sehr frustriert und verärgert sein kann, wenn unsere taktischen Vorgaben nicht umgesetzt werden“.
„Wie wir verteidigen und angreifen, muss klar definiert sein“, stellte der Spanier heraus, fügte aber hinzu, dass man aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit den Spielern noch etwas Spielraum lasse. „Ich habe ihnen jedoch klargemacht, dass ich dies so schnell wie möglich erwarte. Fußball gibt dir keine Gnadenfrist.“
„Wir wollen gewinnen und müssen dafür bereit sein“, so Riera. Passend dazu unterstrich er erneut sein Ziel, die Spieler weiterzuentwickeln.
Genau das sei es schließlich, was die Profis von einem Trainer verlangten. Deshalb habe man intensiv daran gearbeitet.
„Morgen werden sie ein ganz anderes Team sehen. Nicht besser, nicht schlechter – es ist unser Team.“ Geprägt werde das Spiel von seiner Philosophie. „Im Fußball geht es nicht darum, hinten herumzuspielen, sondern Tore zu erzielen. Es geht darum, Chancen zu kreieren und sie zu nutzen. Das erwarte ich von meiner Mannschaft.“
Im Fußball zählt nur eines: zu siegen. Diese Einstellung sei im gesamten Verein von großer Bedeutung. „Wir müssen Sieger sein – auf allen Ebenen. Jeder im Klub trägt seine Verantwortung.“ Anpfiff ist am Freitag um 20.30 Uhr.
1. Bundesliga – Tabellenübersicht
Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Verein auf Platz 1 am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Positionen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) muss in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt kämpfen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Liga.