„Natürlich schmerzt es“: Freude und Frust bei Eintracht nach Unentschieden gegen BVB nah beieinander
Frankfurt am Main – Auch wenn aus Sicht der Anhänger der Frankfurter Eintracht das ersehnte Happy End ausblieb, wird die turbulente Partie gegen Borussia Dortmund den meisten in Erinnerung bleiben – darunter auch Younes Ebnoutalib.
Der 22-jährige Stürmer, der erst vor wenigen Tagen von der SV Elversberg an den Main gewechselt war, gab gegen den BVB ein durchaus beeindruckendes Debüt und krönte seinen Auftritt in der zweiten Halbzeit mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich.
Nach dem Spiel fehlten dem verständlicherweise überglücklichen Neuzugang an den „Sky“-Mikrofonen fast die Worte. „Ich bin immer noch ein bisschen sprachlos, weil es ein unglaubliches Gefühl ist, beim Debüt gleich ein Tor zu erzielen“, sagte Ebnoutalib, der sich während des Spiels gut ins Team integriert hatte.
Er sei dem Trainer Dino Toppmöller (45) „einfach nur dankbar“, dass dieser ihm die Möglichkeit gegeben habe, von Beginn an aufzulaufen, so der Angreifer weiter.
Auch der Frankfurter Coach lobte seinen engagierten Neuzugang, der noch vor etwas mehr als einem Jahr für den FC Gießen in der Regionalliga gespielt hatte und sich nun mit einer Abwehr um Waldemar Anton (29), Niklas Süle (30) und Nico Schlotterbeck (26) messen durfte: „Dass er den Ball mit dem Spann mitnimmt und eiskalt verwandelt, macht diesen Tag für ihn zu etwas ganz Besonderem – hier vor der Kurve ein Tor zu schießen.“ Das sei „ein verdienter Erfolg“ für ihn.
Weniger erfreulich war für Toppmöller der späte Ausgleich zum 3:3 durch Carney Chukwuemeka (22) in der sechsten Minute der Nachspielzeit.
„Natürlich tut es weh“, gab der 45-Jährige zu, dessen Team in der 92. Minute durch ein Tor von Mahmoud Dahoud nochmals in Führung gegangen war. Dennoch müsse man bedenken, „dass wir gegen Borussia Dortmund gespielt haben, eine Mannschaft, die in den vergangenen 24 Bundesligaspielen nur einmal verloren hat.“
Drei Gegentore sind auch gegen den BVB zu viel: Nach 16 Spielen hat die Eintracht in dieser Saison bereits 33 Gegentreffer in der Bundesliga kassiert – eine Zahl, die deutlich zu hoch ist.
Zum Vergleich: Nur der 1. FC Heidenheim (34 Gegentore bei einem Spiel weniger) weist eine noch schlechtere Bilanz auf. Werder Bremen, VfL Wolfsburg und der FC Augsburg, die ebenfalls 15 Partien absolviert haben, ließen 28-mal den Ball im eigenen Netz zappeln. Um wieder international mitspielen zu können, muss sich die Defensive dringend stabilisieren.
Bisher gab es im Winter noch keine Verstärkungen für die anfällige Abwehr. Sportvorstand Markus Krösche (45) erklärte kurz vor dem Remis gegen Dortmund zur Defensivproblematik: „Natürlich haben wir als Mannschaft in den letzten Wochen und Monaten nicht optimal agiert.“ An der Qualität liege das jedoch nicht.
Vielmehr stellte Krösche die Priorität im Spiel heraus: „Wir hatten den Fokus auf das Offensivspiel gelegt.“ Die Führungsetage sei „überzeugt von den Spielern in der Defensive“. Kapitän Robin Koch (29) und seine Mitspieler müssen dies in den kommenden Wochen allerdings dringend bestätigen. Chancen dazu bieten die nächsten Begegnungen reichlich, denn der Februar hat es in sich.
Bereits am Dienstag steht die Auswärts-Partie beim VfB Stuttgart an. Weitere Bundesliga-Spiele folgen gegen Bremen (16. Januar), TSG 1899 Hoffenheim (24. Januar) und Bayer Leverkusen (31. Januar). Zusätzlich warten in der Champions League die Auswärtspartie bei Qarabağ Ağdam in Aserbaidschan (21. Januar) sowie das Heimspiel gegen Tottenham Hotspur (28. Januar).
Tabelle 1. Bundesliga
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende ist Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) hat die Möglichkeit, in der Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Der Gegner in diesem Duell ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.