SGE-Chef Krösche stellt sich schützend vor seine Mannschaft und überrascht mit mutiger Saisonprognose
Frankfurt am Main – Eintracht Frankfurt steckt weiterhin in einer sportlichen Krise, doch Markus Krösche, der Sportvorstand der SGE (45), zeigt sich fest überzeugt von seinem Team, tritt kämpferisch auf und äußert inzwischen eine durchaus gewagte Einschätzung zu den Zielen der laufenden Saison.
Auch unter der Leitung von Neu-Trainer Albert Riera (43) gelang es der Eintracht in der Bundesliga nicht, gegen Union Berlin (1:1) den erhofften Sieg einzufahren.
Somit bleibt das Team seit mittlerweile neun Pflichtspielen sieglos – eine anhaltende Durststrecke, die sich inzwischen über mehr als zwei Monate erstreckt und die zuvor gesteckten Saisonziele in weite Ferne rücken lässt.
Dem stellt sich Krösche gegenüber der „Bild“-Zeitung jedoch entschieden entgegen. „Es wird momentan viel zu sehr der Eindruck vermittelt, die Saison wäre so gut wie gelaufen und wir würden hier nur noch ‚abspielen‘. Das halte ich für fahrlässig und kann ich nicht akzeptieren. Diese Saison geben wir definitiv nicht auf. Sowohl wir als auch die Mannschaft sind davon meilenweit entfernt“, betonte der SGE-Sportchef.
Der 45-Jährige zeigte sich klar solidarisch mit seiner Mannschaft und bewertete die sportliche Talfahrt wie folgt: „Natürlich durchleben wir gerade eine schwere Phase. Trotzdem ist es immer noch dieselbe Mannschaft, die im vergangenen Jahr den dritten Platz belegte. Ich werde nicht zulassen, dass dieser Mannschaft nun die nötige Qualität und vor allem die richtige Einstellung abgesprochen wird.“
Gerade an diesen Eigenschaften mangelte es aber in den vergangenen Monaten deutlich, weshalb die Besetzung des Kaders durchaus kritisch hinterfragt werden darf.
Bei seiner Einschätzung zur Qualität des Teams sollte zudem berücksichtigt werden, dass der Verlust des Ausnahmeangreifers Hugo Ekitiké (23) nicht eins zu eins kompensiert werden konnte.
Darüber hinaus klafft durch den Wechsel von Kevin Trapp (35) nach Paris eine enorme Lücke in puncto Führungsstärke, deren Bedeutung offenbar unterschätzt wurde.
„Wir werden unsere Saisonziele nicht aufgeben. Ich bin überzeugt, dass wir auch im nächsten Jahr wieder international vertreten sein werden“, erklärte Krösche weiter.
Eine mutige Prognose, wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft: Die SGE liegt aktuell acht Punkte hinter dem sechsten Platz, der zur Teilnahme an der eher weniger prestigeträchtigen Conference League berechtigen würde. Leverkusen, das diesen Rang innehat, verfügt sogar noch über ein Nachholspiel und könnte den Vorsprung weiter ausbauen.
Eventuell würde in diesem Jahr auch Rang sieben für eine Europapokal-Qualifikation ausreichen – vorausgesetzt, der DFB-Pokal oder die Jahreswertung der UEFA fallen zugunsten der Frankfurter aus, was aber keineswegs garantiert ist.
1. Bundesliga Tabelle
Die Bedeutung der Bundesliga-Tabelle ist folgende: Wer am Ende der Spielzeit den ersten Platz belegt, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Das Team auf dem drittletzten Rang (Position 16) hat die Möglichkeit, in der Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Dort trifft es auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.