In seiner Heimat darf er nicht mehr spielen – deshalb ist dieses Tor so bewegend
Watford (England) – Voller Freude sprang er auf die Werbebande und feierte gemeinsam mit den Fans, die lautstark seinen Namen riefen: Fußball-Profi Edoardo Bove (23) erzielte am Mittwochabend wohl das emotionalste Tor seiner bisherigen Karriere. Der einst als eines der größten Talente Italiens geltende Mittelfeldspieler hatte im Dezember 2024 während eines Serie-A-Spiels einen Herzstillstand erlitten und darf seitdem nicht mehr in seiner Heimat aktiv sein.
Nach dem dramatischen Zwischenfall am 1. Dezember 2024 im Duell zwischen seinem Team AC Florenz und Inter Mailand wurde Bove ein Defibrillator implantiert. Die strengen Vorschriften in Italien verbieten es jedoch, dass Spieler mit einem solchen Gerät an Wettkämpfen teilnehmen.
Ein ähnliches Schicksal traf bereits 2021 Christian Eriksen (34, inzwischen beim VfL Wolfsburg), der während der EM einen Herzstillstand erlitt und daraufhin Inter Mailand verlassen musste.
Nach einer langwierigen Rehabilitationsphase fand Edoardo Bove in der Winterpause 2025/26 endlich eine neue sportliche Heimat beim FC Watford in der englischen Championship, der zweithöchsten Liga. Zuvor war er bei der AS Rom unter Vertrag und war nach Florenz ausgeliehen gewesen. Ausgerechnet im Spiel gegen seinen ehemaligen Klub erzielte er am 27. Oktober 2024 im Trikot der Fiorentina sein letztes Tor.
Am 14. Februar feierte der ehemalige U21-Nationalspieler Italiens sein langersehntes Comeback nach dem Herzstillstand, und am Mittwochabend krönte er seine Rückkehr mit dem Treffer zum 3:1 im Heimspiel gegen den AFC Wrexham.
Das Szenario für sein Comeback-Tor hätte kein Drehbuchautor besser schreiben können: Edoardo Bove wurde erst in der 83. Minute eingewechselt, nachdem sich Edo Kayembe (27) verletzt hatte.
Nur elf Minuten später nutzte Bove die Chance und erzielte in der 94. Minute das 3:1, das den Sieg endgültig sicherte. „Wie sehr habe ich dieses Gefühl vermisst“, schrieb er nach dem Spiel auf Instagram.
Sogar Anhänger der AS Rom waren im Stadion anwesend und zeigten ein großes Banner mit bewegenden Worten: „Auch wenn du Rom verlässt, bist du nicht alleine.“
Zum Abschluss schoss der Mittelfeldspieler noch ein Selfie mit den Fans und konnte sein Glück an diesem Abend kaum fassen. Zum Zeitpunkt seines Herzstillstands galt er als eines der größten Talente Italiens, hatte sämtliche Nachwuchsnationalmannschaften durchlaufen und stand kurz vor dem Sprung in die A-Nationalmannschaft, als dieser Traum jäh endete.
Umso mehr freut man sich nun über seinen Treffer und das beeindruckende Comeback in England.