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Dynamo-Torwart genervt: „Die Unruhe geht von euch aus, nicht von mir“

Dresden – „Ihr seid diejenigen, die die Schlagzeilen machen, nicht wir“, konterte Tim Schreiber etwas genervt, als er auf die neue Konkurrenz im Dynamo-Tor angesprochen wurde. Und das mit Recht, denn nach seinem ersten zu Null gehaltenen Spiel im 18. Zweitligaeinsatz für Schwarz-Gelb hat er momentan alle Argumente auf seiner Seite.

„Für mich stand die Sache von Anfang an fest“, erklärte der Keeper, als er gefragt wurde, wann er erfahren habe, dass er am Samstag gegen Greuther Fürth im Tor stehen würde. „Es ist mir ziemlich egal, wie der Trainer seine Entscheidung trifft. Ich bereite mich so vor, als würde ich spielen. Die Unruhe kommt von euch, nicht von mir. Und alles andere interessiert mich nicht. Intern ist alles geklärt.“

Schon zu Beginn der Hinrunde hatte Schreiber das Rennen um den Platz im Tor vorne. Damals hatte er sich seinen Einsatz durch starke Leistungen im Aufstiegsjahr verdient. Zuletzt profitierte er zudem von der Verletzung von Lennart Grill sowie dem Trainingsrückstand des neuen Torhüters Elias Bethke.

„Wenn jemand nach einer fünfmonatigen Pause erst am Dienstagnachmittag sein erstes Mannschaftstraining absolviert, ist es mehr als verständlich, dass er noch nicht zum Einsatz gekommen ist“, erläuterte Coach Stamm über den lange ausgefallenen Neuzugang.

„Der Konkurrenzkampf soll genauso laufen wie in der Hinrunde: Wenn alle drei sich gegenseitig pushen und auf ein Niveau bringen, bei dem wir immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen und stets Torhüter im Kasten stehen, die uns weiterhelfen. Das können alle drei – auch Daniel Mesenhöler!“

Derzeit hat Schreiber die Nase vorn, auch für das wichtige Abstiegsduell am Samstag in Magdeburg. Dort wird er sicherlich mehr gefordert sein als gegen Fürth. Die Gäste aus Greuther Fürth gaben neun Schüsse ab, davon nur einer auf das Tor. Die drei gefährlichsten wurden knapp verfehlt, gingen über den Kasten oder trafen kurz vor Schluss den Pfosten.

„Glück muss man sich auch erarbeiten“, sagte Schreiber zur Szene in der 86. Minute, als Omar Sillah ihn fast überwunden hätte. „Ich muss meine Leistung auf dem Platz bringen. Und bei allem anderen könnt ihr euch überraschen lassen. Am Ende versucht der Trainer einfach, Ruhe zu bewahren. Intern herrscht Ruhe. Die Torwartposition ist speziell, es ist völlig unnötig, Unruhe in den Laden zu bringen. Wir haben gewonnen. Und alles andere spielt jetzt keine Rolle.“

Letztendlich hat der 23-Jährige die Situation sprichwörtlich selbst in der Hand. Wenn er weiterhin gut hält und die Null steht, gibt es keinen Grund für einen Wechsel.

„Man möchte natürlich in jedem Spiel zu Null spielen. Wenn das gelingt, werde ich wahrscheinlich bei jedem Spiel im Tor stehen“, weiß der Keeper. Denn: „Mit Elias haben wir jemanden dazubekommen, der Qualität bringt. Das tut unserem Torwartteam insgesamt gut. Konkurrenzkampf ist wichtig. Und wenn wir dann gewinnen, ist doch alles in Ordnung. Dann müssen wir auf dieser Position keine Unruhe hineinbringen.“