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Zum zweiten Mal wie aus dem Nichts: SGD-Talent Müller springt von der Tribüne direkt in die Startelf

Dresden – Friedrich Müller von Dynamo Dresden überraschte in dieser Saison bereits zum zweiten Mal. Beim 2:1-Auswärtssieg in Bochum wurde der 20-Jährige bei seinem Profidebüt überraschend ins kalte Wasser geworfen – und meisterte die Herausforderung. Bis zur Winterpause stand Müller zwar wieder nicht im Rampenlicht, doch gegen Elversberg kehrte er zurück.

Julian Pauli (20) fiel wegen einer Kopfverletzung aus. „Jules fühlt sich nicht gut“, erklärte Trainer Thomas Stamm nach der 1:2-Niederlage gegen die Saarländer.

Nach Paulis Vorgeschichte war Vorsicht geboten – das war allen bewusst. Die Gesundheit hat Priorität. Doch kaum jemand hatte mit Müller als Ersatz gerechnet.

Andere Alternativen wie Claudio Kammerknecht (26) und Lars Bünning (27) standen nicht einmal im Kader, während Lukas Boeder (28) wenigstens auf der Bank Platz nahm. So entschied sich Stamm für das eigene Nachwuchstalent aus Dresden.

Bei der Pressekonferenz stellte sich natürlich die Frage, warum der Trainer ausgerechnet ihn aufstellte. Ob es ein Geburtstagsgeschenk war – Müller wurde am Spieltag 20 Jahre alt – ließ Stamm offen.

Deutlich wurde, dass der Coach nicht ins Detail gehen wollte: „Ich vergleiche keine Spieler, erst recht nicht hier in der Pressekonferenz, und erkläre auch nicht, wie ich die Dinge sehe. Die Jungs wissen, wie ich die Sachlage einschätze.“

Die Wahl zeigte Mut – und letztlich bewies sich diese Entscheidung als richtig. Müller agierte ruhig und souverän. An den entscheidenden Szenen bei beiden Gegentoren war er nicht beteiligt.

Auch Trainer Stamm bestätigte das: „Wer ihn gesehen hat, kann seine guten Aktionen mit und ohne Ball nachvollziehen. Er liefert viele Argumente, seine Leistung zu bewerten.“

Falls Pauli weiterhin ausfallen sollte, steht Müller auch bei der Partie in Hannover erneut in der Startelf. Einen Grund, ihn auf die Bank oder gar die Tribüne zu setzen, sieht Stamm nicht.

Das bedeutet für Bünning, Kammerknecht & Co., im Training weiter Vollgas zu geben und an den vorgegebenen Punkten zu arbeiten. Stamm betont immer wieder, dass er im Verlauf der Rückrunde auf jeden Spieler angewiesen sein wird.