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30 Spieler sind zu viel: Wie geht Dynamo-Coach Stamm mit schwierigen Fällen um?

Dresden – Auf dem Trainingsgelände von Dynamo Dresden ist es derzeit sehr eng. Wenn alle Akteure gesund und einsatzbereit sind, tummeln sich inklusive einiger Nachwuchsspieler mehr als 30 Personen auf dem Platz. Trainer Thomas Stamm (42) könnte problemlos drei Mannschaften aufstellen. Dabei ist seine Fähigkeit zur Kommunikation besonders gefragt.

„Härtefälle werden unvermeidlich sein. Angesichts der momentanen Trainingsintensität werden die kommenden Wochen sehr anspruchsvoll für einige Spieler“, erklärte der Schweizer bereits vor dem Rückrundenauftakt. Dennoch sieht er darin eine Chance: „Meiner Ansicht nach ist genau dieser Konkurrenzkampf notwendig für uns.“

Dennoch müssen Stamm und Sportdirektor Sören Gonther (39) genau verfolgen, wie die Spieler mit der Situation umgehen. Dies erweist sich besonders im Hinblick auf die zwei Testspiele im Winterlager sowie die Partien gegen Fürth und Magdeburg als wichtig, da sich dabei bereits abzeichnete, auf wen der Trainer hauptsächlich setzen wird.

„Wir müssen im ständigen Dialog bleiben. Es geht nicht nur darum zu moderieren, sondern den Spielern offen und ehrlich zu vermitteln, wo sie aktuell stehen. Zum einen aus langfristiger Perspektive, die Sören betreut, zum anderen bezüglich der kurzfristigen Leistung, die mein Bereich ist“, erklärt Stamm.

Diese Kommunikation findet laut dem Trainer „täglich“ statt, wenn auch nicht immer in Einzelgesprächen mit jedem Spieler. Für ihn stehen „Ehrlichkeit und Direktheit“ im Vordergrund.

Besonders die Innenverteidigung ist derzeit sehr stark besetzt. Ein typisches Beispiel für einen solchen Härtefall ist der junge Friedrich Müller (19), der sich gegen Ende der Hinrunde in der Dreierkette etabliert hatte. Diese Formation wird nun jedoch nicht mehr gespielt. „Das macht die Situation natürlich schwieriger, aber so funktioniert eben das Profi-Geschäft“, betont Sebastian König (38).

Der U21-Coach macht sich allerdings keine Sorgen, dass Müller diese Veränderung nicht verkraften wird: „An seiner Stelle wäre ich glücklich und dankbar, überhaupt zum Kader zu gehören. Vor einigen Monaten wurde kaum über ihn gesprochen, er hatte quasi keinen Marktwert. Jetzt steht er vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Ich glaube, er kann das realistisch einschätzen und macht sich keine unnötigen Sorgen.“

Müller muss seine Lage objektiv beurteilen können – genauso wie die übrigen zehn bis elf Profis, die es nicht in den Kader schaffen. Die jüngsten zwei Siege helfen dabei natürlich.

Gonther ergänzt: „Wichtig war zunächst, dass wir unsere Hausaufgaben im Hinblick auf den Kader erledigt haben. Das ist uns gelungen. Die Mannschaft zeigt jetzt deutlich mehr Leistung als in der Hinrunde. Das ist das Entscheidende!“

2. Bundesliga Tabelle

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der zweiten Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Gleiches gilt für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte qualifiziert sich für die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg bzw. den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse auszuspielen.