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Viele offene Fragen bei Dynamo – der Auftakt bringt Klarheit

Dresden – Eine bessere Standortbestimmung könnte es kaum geben: Mit dem Beginn der Rückrunde steht bei Dynamo Dresden direkt ordentlich Spannung auf dem Programm. Greuther Fürth, der 1. FC Magdeburg sowie Arminia Bielefeld – allesamt direkte Rivalen im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Danach wird klar sein, wie die Chancen wirklich stehen.

„Ich bin mir der Spiele bewusst, ebenso der Partien, die folgen werden. Allerdings bin ich kein großer Freund von Spekulationen oder Rechnereien, das führt meist in die Irre. Zu weit in die Zukunft zu schauen ist ebenfalls nicht hilfreich. Deshalb liegt mein kompletter Fokus einzig und allein auf dem Spiel gegen Greuther Fürth. Alles andere ist nebensächlich“, erklärt Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39).

Er ist sich zudem im Klaren: „Wenn der Tabellenletzte am ersten Rückrundenspieltag auf den Vorletzten trifft, dann kann ein Sieg enormen Schwung geben, während eine Niederlage richtig weh tun würde.“

Der 38-Jährige teilt die Einstellung von Louis van Gaal, dem früheren Trainer des FC Bayern München, der einst sagte: „Tod oder Gladiolen!“ – eine passende Beschreibung für solch eine Partie. „Unabhängig vom Ergebnis werde ich weiterhin hinter dem Team stehen. Ein Sieg bedeutet keinen Grund zur Euphorie, eine Niederlage heißt noch lange nicht das Aus“, betont Gonther.

Das Spiel gegen Fürth am Samstag um 13 Uhr wird auf viele offene Fragen eine Antwort geben: Hat das Team aus der Hinrunde gelernt und während der Winterpause die richtigen Weichen gestellt? Können die Neuzugänge schnell positive Impulse setzen? Wie gut harmoniert die Mannschaft? Und wie stark ist das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans?

Gefühlt ist vieles möglich, aber: „Dieses eine Spiel wird keine endgültigen Aussagen über die gesamte Rückrunde zulassen oder eine Entscheidung herbeiführen. Dennoch gilt es, voll konzentriert zu sein, denn ein Erfolg könnte eine wichtige Dynamik erzeugen“, hofft Gonther.

Die Ausgangssituation bei Dynamo ist schlechter als bei allen anderen Teams im Abstiegskampf, trotzdem hat Schwarz-Gelb weiterhin alles in den eigenen Händen. Umso wichtiger ist es, zum Rückrundenstart Ruhe zu bewahren – und gleichzeitig Mut zu zeigen.

„Es wird viel auf die Tagesform ankommen, aber auch darauf, wie sehr wir überzeugt sind, tatsächlich drei Punkte mitzunehmen. Wie viel Courage bringen wir mit?“, fragt sich Trainer Thomas Stamm (42).

Stamm ergänzt: „Mut heißt nicht, hinten nur sicher zu stehen oder zwanghaft schönen, kreativen Fußball zu spielen. Mut bedeutet vor allem, entschlossen zu handeln, im richtigen Moment aus dem Bauch heraus zu entscheiden und so in einen Flow zu kommen.“

In den letzten Trainingseinheiten sollte genau dieser Mut noch weiter gefördert werden, ebenso das Vertrauen in die eigenen Spieler statt einer übermäßigen Fixierung auf Fürth: „Es könnte auch der Tabellenführer kommen, und ich würde genauso denken. Denn das Wichtigste ist, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, statt sich ständig mehr mit dem Gegner zu beschäftigen.“