Zwei Elfmeter kosten Dynamo den Sieg: Stamm äußert sich zu den Pfiffen
Karlsruhe – Im Wildparkstadion ging es vor 33.180 Zuschauern turbulent zu! Hätte es nicht die Entscheidungen von Schiedsrichter Florian Badstübner (35) und dem VAR gegeben, wären das enorme wichtige Punkte im Abstiegskampf für Dynamo Dresden gewesen. Beim 3:3 (3:1) kassierte Dresden gleich zwei Gegentore nach Strafstößen – doch Thomas Stamm (43) bestätigte: Alles korrekt.
„Beide Elfmeter waren berechtigt“, stellte Dynamos Trainer knapp fest und erläuterte anschließend: „Die Auslegung der Handspielregel ist nun mal so, gerade weil es nicht direkt zu einem Tor führt. Deshalb muss der erste Elfmeter gegeben werden.“
In der 21. Minute hatte sich Roko Simic nach einem Eckball selbst am Arm getroffen. Kurz darauf brachte Tim Schreiber Karlsruhes Christoph Kobald zu Fall, weil er beim Herauslaufen kurz zögerte. Der Dresdner Torhüter sah darin jedoch kein Foul.
„Ich gehe zwar hin, aber nicht direkt zum Ball, sondern nehme eine Blockposition ein. Er spitzelt den Ball weg und sucht den Kontakt. Ich kann mich schließlich nicht einfach wegzaubern“, erklärte Schreiber.
„Ein Kontakt fand statt, das kann ich ihm nicht vorwerfen. Als Torwart geht man in eine Blockstellung, nicht um den Spieler umzureißen. Wenn der Ball zur Ecke geht und die Gegenspieler nur den Kontakt suchen, kann man nichts machen.“
Marvin Wanitzek (23. Minute) verwandelte den Strafstoß, der nach Überprüfung durch den VAR bestätigt wurde. Das Handspiel hätte nur abgepfiffen werden müssen, wenn Simic selbst den Ball ins Tor gebracht hätte – eine seltsame Regel, da der Vorteil in beiden Fällen gegeben ist.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
Nach dem Ausgleich zeigte sich die SGD jedoch deutlich abgeklärter. Niklas Hauptmann (3./28.) erzielte einen Doppelpack, nachdem er Schwarz-Gelb bereits in Führung gebracht hatte, und Ben Bobzien (44.) erhöhte mit einem Fußspitzentor zur vermeintlich komfortablen Pausenführung.
Das Problem zeigte sich im zweiten Durchgang: Vor allem in den letzten 30 Minuten fehlte den Dresdnern die nötige Durchschlagskraft in den Zweikämpfen. Karlsruhe verkürzte durch Louey Ben Farhat (68.) und hatte kurz vor Spielende erneut Glück bei einem Elfmeter.
Alexander Rossipal verursachte das Foul, Badstübner zeigte Freistoß an – doch der VAR entschied auf Strafstoß. „Zu viel Passivität, zu wenig Tiefgang und mangelnde Absprache bei den Doppelpässen“, kritisierte Stamm. „Dann entsteht Kontakt auf der Linie, die zum Strafraum gehört.“
Für den Schweizer waren die beiden Entscheidungen jedoch kein Streitpunkt. Insgesamt zeigte sich Stamm mit der Leistung des Schiedsrichters zufrieden: „Deshalb haben wir nicht verloren“, kommentierte er den Punktgewinn, der sich dennoch wie eine Niederlage anfühlte.
„Sehr gute Schiedsrichterleistung, sehr klare Entscheidungen auf beiden Seiten. Er hatte eine sehr gute Linie und ließ viel laufen. Wir müssen einfach besser verteidigen, damit solche Situationen erst gar nicht entstehen.“
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Bedeutung der 2. Bundesliga-Tabelle ist wie folgt: Der Tabellenführer am Saisonende wird Meister der zweiten Liga und steigt in die Bundesliga auf. Das gilt ebenso für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte spielt in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder den Klassenerhalt zu klären.