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Dynamo und Sören Gonther: Liebe auf den zweiten Blick!

Dresden – Am Freitagnachmittag um 15 Uhr stellte sich Sören Gonther (39) erstmals auf der Dynamo-Bühne vor. Gekleidet in eine schwarze Hose, ein beiges Shirt und ein schwarzes Hemd, begrüßte er höflich jeden Anwesenden mit Handschlag, tauschte einige Worte aus und trat anschließend als neuer Geschäftsführer Sport ans Mikrofon. Damit hat das Kapitel Gonther bei Dynamo Dresden offiziell begonnen.

Für die vakante Position hatten sich insgesamt 60 Kandidaten beworben, die der Aufsichtsrat unter Leitung von Michael Ziegenbalg sorgfältig prüfte. Eine aufwendige Aufgabe, zumal das Gremium zusätzlich eigene Bewerber ins Rennen schickte.

"Wir sind aktiv auf Sören zugegangen, der daraufhin fristgerecht seine Bewerbung eingereicht hat", erklärte Ziegenbalg bei der Vorstellung Gonthers. Hinter diesen Worten steckt wohl auch das Eingeständnis, dass die Entscheidung für Thomas Brendel (49) vor 18 Monaten möglicherweise ein Fehlgriff war – sonst hätte man nicht eigeninitiativ den Kontakt zu Gonther gesucht.

Man könnte sagen, es handelt sich um eine Liebe auf den zweiten Blick. Doch im Gegensatz zum Mai 2024 verlief der Auswahlprozess diesmal ruhiger und ohne großes Aufsehen.

Der Aufsichtsrat hat aus den damaligen Turbulenzen gelernt. Seit November ist mit dem ehemaligen Geschäftsführer Michael Born (58) ein erfahrener Mann im Gremium vertreten. Er brachte Gonther bereits 2007 als Spieler nach Paderborn und 2017 nach Dresden – beide kennen sich also bestens.

"Es ist immer von Vorteil, wenn man jemanden auch auf persönlicher Ebene kennt und seine Fähigkeiten einschätzen kann", erläuterte Born. "Entscheidend war jedoch seine fachliche Kompetenz im Sportbereich. Er verfügt über ein großes Netzwerk und hat als Spieler bei jedem Verein Verantwortung getragen. Von allen Bewerbern hat Sören durch seine Tätigkeit bei Sky den besten Überblick über die 2. Liga. Das war für uns ausschlaggebend."

Und wie sieht Gonther seine Rückkehr? Er erklärte, „mit Dynamo sei ich noch nicht fertig“. 2019 wechselte er nach nur zwei Jahren und 21 Einsätzen aufgrund eines Kreuzbandrisses zum FC Erzgebirge.

„Das gehört zum Fußball dazu. Cristian Fiel und ich hatten unterschiedliche Vorstellungen bezüglich meiner Einsatzzeiten. Ich war nie der Typ Spieler, der einfach einen Vertrag absitzt. Für mich stand immer das Spielen im Vordergrund“, so Gonther.

Sein Comeback markiert somit einen Neubeginn – verbunden mit einer besonderen Geschichte. Denn in seinem Büro hängt noch ein Erinnerungsstück: „Eine Choreografie vom Spiel gegen Magdeburg damals. Ich habe tatsächlich den zentralen Abwehrspieler erkannt, auch wenn er inzwischen etwas grauer geworden ist. Das bedeutet mir sehr viel. Ich habe mit meiner Familie sechs Jahre hier gelebt, den Verein stets mit besonderem Gefühl begleitet, meine B-Plus-Lizenz bei einem DFB-Lehrgang mit den U14 und U15 erworben und war oft genug im Stadion.“

„Dass ich nun diese Chance bekomme, ist emotional etwas ganz Besonderes. Meine Verbindung zum Club ist sicherlich eine andere als die von Personen, die bislang wenig Berührungspunkte mit Dynamo hatten.“ Also heißt es jetzt: Auf geht’s!

Tabelle 2. Bundesliga

Die Tabelle der 2. Bundesliga zeigt Folgendes: Der Erstplatzierte am Saisonende ist Meister der Zweiten Liga und steigt in die Bundesliga auf. Gleiches gilt für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte spielt in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse.