Ultras sollen mit Gewalt gedroht haben: YouTuber aus Dynamo-Stadion vertrieben
Dresden – Mit einem deutlichen 6:0-Erfolg gegen Preußen Münster sorgte Dynamo Dresden am Sonntag vor rund 31.000 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion für Begeisterung. Nicht Teil des Publikums war jedoch der Fußball-YouTuber Ben Paul, besser bekannt als "NoHandGaming". In einem neuen Video berichtet der Vlogger, dass er von Ultras der Schwarz-Gelben bedroht und letztlich aus dem Stadion gedrängt wurde.
Eigentlich hatte der Influencer geplant, die wichtige Begegnung gemeinsam mit seiner Freundin zu verfolgen und zudem das gastronomische Angebot im RHS für seine Zuschauer zu testen. Doch nachdem er das Stadion betreten wollte, nahm die Situation eine unerwartete Wendung.
Nach der Sicherheitskontrolle sei Paul von einem Dynamo-Ultra angesprochen worden, ob er vorhabe, im Stadion zu filmen, was er bejahte.
„Die Antwort kam prompt: ‚Das gibt es bei uns nicht, du kannst direkt verschwinden‘ – und daraufhin stieß er mich mit dem Arm beiseite“, schildert der YouTuber.
Kurz darauf hätten sich „vier, fünf“ weitere Personen um den Content-Creator versammelt, ihm mit Gewalt gedroht und den Weg versperrt. Schließlich seien auch Ordner hinzugekommen.
Die Sicherheitskräfte brachten Paul und seine Begleitung zunächst aus der Situation heraus, um die Lage zu beruhigen. Für deren Schutz im Stadion könne allerdings keine Garantie gegeben werden, weshalb sich der Influencer entschied, die Partie nicht zu besuchen.
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Der YouTuber, der fast 600.000 Abonnenten auf der Plattform hat, besucht regelmäßig Fußballstadien und testet vor Ort die kulinarischen Angebote. Dabei betont er stets, keine Eintrittskarten für Fanblöcke zu kaufen und möglichst keine anderen Fans zu filmen.
Vor etwa fünf Monaten habe sich ein ähnlicher Vorfall bereits bei einem Spiel von Chemie Leipzig ereignet, „allerdings sei es dieses Mal sofort handgreiflich geworden“, erläuterte Paul.
„Heißt das nun, dass man als neutraler Zuschauer mit Handy nicht mehr ins Stadion darf, ohne mit körperlicher Gewalt rechnen zu müssen?“, fragte sich der YouTuber betroffen.
Als positives Beispiel nannte er Lok Leipzig: Vor seinem Besuch habe er sich mit dem Verein abgestimmt, der daraufhin den Dialog mit seinen Ultras gesucht habe.
Dynamo Dresden wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu dem Vorfall äußern, wie ein Klubsprecher auf Nachfrage von TAG24 mitteilte. Die Faktenlage sei noch einseitig.
Bereits beim 102. Turnustreffen Anfang Februar zwischen Fan- und Vereinsvertretern wurde das Thema thematisiert. Die Sportgemeinschaft erklärte damals: „Diese Personen erwerben Eintrittskarten, um kommerzielle Inhalte zu produzieren, die weder dem Verein noch den TV-Partnern des Ligaverbands zugutekommen. Zudem fehlt jeglicher Bezug zu Dynamo Dresden.“
„Ähnliche Vereine haben bereits restriktive Maßnahmen eingeführt, und auch TV-Partner sowie Verbände bewerten diese Entwicklung kritisch. Vor dem Hintergrund der Ticket-AGBs, die Videoaufnahmen ohne Einwilligung untersagen, sehen die Fanvertreter Handlungsbedarf zum Schutz der Vereinsrechte, der Privatsphäre und der Verwertungsinteressen“, hieß es weiter vom Klub.
Dies solle jedoch nicht durch Verbote geschehen, sondern „das Ziel ist es, alle Fans einzubinden und in einem vereinsinternen Termin ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten“, so die SGD abschließend.