Thomas Stamm macht sich auf den Weg nach Istanbul: Heute erlebt der Dynamo-Trainer das Spiel als Fan
Dresden – Neun Jahre lang war Thomas Stamm (43), Trainer von Dynamo Dresden, beim SC Freiburg aktiv, zuletzt betreute er dort die U23-Mannschaft. Am heutigen Mittwoch tritt er in der Rolle eines Anhängers des SC Freiburg auf. Gemeinsam mit einem Freund reist er früh morgens von Prag aus nach Istanbul. Um 21 Uhr findet dort im Tüpras-Stadion das Europa-League-Endspiel zwischen den Breisgauern und Aston Villa statt.
Natürlich hätte er sich auch problemlos ein Ticket über den SC Freiburg besorgen können. „Klar hätte ich danach fragen können. Aber das wollte ich nicht. Wir haben alles selbst organisiert und gehen nun einfach zu zweit hin“, erklärt er.
Es genießt für ihn einen besonderen Reiz, mal als Zuschauer im Stadion zu sein – vielleicht auch mit einem Getränk in der Hand. „Ich freue mich riesig für Freiburg und Julian Schuster. Das haben sie sich alle wirklich verdient“, so Stamm.
Außerdem hat er die Möglichkeit, einige seiner früheren Schützlinge bei einem europäischen Finale zu beobachten, die er während seiner Zeit bei der U23 ausgebildet hat.
„Philipp Treu, Johann Manzambi, Noah Atubolu und auch Jordi Makengo“, zählt er stolz auf. „Das ist schon ein wenig verrückt.“
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Am Donnerstag steht die Rückreise nach Dresden auf dem Programm. Dort wird er noch einige Tage bleiben, „weil noch Termine anstehen“. Anschließend gönnt sich Stamm seinen wohlverdienten Urlaub und fährt in seine Heimat.
„Ich bin jetzt seit zwei Jahren hier – und ich merke, wie sehr mir das fehlt: Familie, Freunde, auch die Schweiz“, gesteht er. Von Freiburg aus war das anders: „Von dort aus war es nur eine Stunde bis nach Hause“, erklärt der 43-Jährige.
Auf diese freie Zeit freut er sich ganz besonders: „Ich habe einem guten Freund und ehemaligen Kollegen geschrieben: ‚Hey, wir müssen unbedingt aufs Boot.‘ Er besitzt so ein kleines Holzboot, mit dem man einfach den Rhein hinauffahren und sich anschließend treiben lassen kann. Genau das vermisse ich: Den Rhein entlangfahren, einen Tag lang treiben lassen, irgendwo anlegen, grillen, Wein oder Bier trinken, ins Wasser springen, zurück aufs Boot – einfach Heimat.“ Und das Leben genießen.
Außerdem möchte er natürlich auch seine Eltern besuchen. „Die kennen mich wahrscheinlich schon fast nicht mehr.“