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Dynamo-Flügelduo gegen Darmstadt: Bobzien überzeugt, Lemmer sieht Rot

Dresden – Was verbindet den 1. FC Kaiserslautern, Schalke 04 und Dynamo Dresden? Sie sind die einzigen Mannschaften der 2. Bundesliga, die Darmstadt 98 in dieser Saison bislang bezwingen konnten. Nach 126 Tagen ohne Niederlage der Lilien feierte die SGD vor 30.460 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion einen verdienten 3:1 (2:0)-Sieg gegen den Aufstiegsanwärter. In diesem Zustand ist ein Abstieg für die Schwarz-Gelben ausgeschlossen!

Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel wurde Dynamo-Coach Thomas Stamm (43) gefragt, weshalb zuletzt Ben Bobzien (22) gegenüber Jakob Lemmer (25) den Vorzug erhielt.

„Es hängt nicht immer nur davon ab, ob ein Spieler gut trainiert oder gespielt hat“, erklärte der Trainer. „Manchmal spielt auch die taktische Vorstellung gegen den jeweiligen Gegner eine Rolle. Daher kann es vorkommen, dass man in einem Spiel eher den einen, im nächsten eher den anderen Spieler bevorzugt.“

Gegen den Tabellenzweiten setzte er diesmal auf beide Außenbahnakteure. Besonders gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte sich der Erfolg dieser Entscheidung. Anfangs präsentierten sich beide mit vielversprechenden Szenen, die allerdings häufig nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. „Das Thema Zielstrebigkeit ist wichtig. Bobzien bringt uns aber die Fähigkeit, Eins-gegen-Eins-Situationen zu lösen“, so Stamm über den Youngster.

Der Winter-Neuzugang von Mainz 05 nutzte in der 42. Minute einen Fehler von Darmstadts Innenverteidiger Patric Pfeiffer (26), schnappte sich den Ball und brachte den Gegner durch ein taktisches Foul zur Notbremse – Rot für Pfeiffer!

Nur drei Minuten später brachte Bobzien mit einer präzisen Flanke Vincent Vermeij (31) ins Spiel, der erstmals ohne Pfeiffers Bewachung im Strafraum die Oberhand gewann – 1:0. Der Niederländer legte nach und erzielte in der 44. Minute per Kopf nach einer Vorlage von Niklas Hauptmann, die Lemmer durch Ballgewinn vorbereitet hatte, das 2:0.

In den ersten 45 Minuten ohne Nachspielzeit war Lemmer mit 31,99 km/h der schnellste Akteur auf dem Feld, während Bobzien mit über fünf Kilometern die größte Laufdistanz zurücklegte. Als Lemmer kurz vor der Pause (45.+3) auf Bobzien passte, vergab dieser jedoch eine klare Torchance und schoss am leeren Tor vorbei.

„Er strahlt zwar stets Torgefahr aus, doch gerade im letzten Drittel – vor allem was Präzision und Übersicht angeht – hat er noch Luft nach oben. Die nötige Qualität bringt er aber mit“, kommentierte Stamm.

Nach der Halbzeit rückte Lemmer dann ungewollt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In der 52. Minute stoppte er mit einem wichtigen taktischen Foul einen Angriff – Gelbe Karte. Wenige Augenblicke später foulte er jedoch unnötig und sah dafür die Ampelkarte.

Fortan spielte Dynamo in Unterzahl und konzentrierte sich auf eine sichere Defensive sowie schnelle Konter. In der 81. Minute hätte Bobzien den Deckel auf den Sieg machen können, scheiterte aber am Darmstädter Torwart Marcel Schuhen. Den Abstauber besorgte jedoch eingewechselte Christoph Daferner – 3:0.

Yosuke Furukawa gelang in der Nachspielzeit (90.) noch der Ehrentreffer für Darmstadt, der am zweiten Heimsieg Dresdens in diesem Jahr und insgesamt dem dritten in der laufenden Saison nichts mehr änderte.

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