Dynamo-Stürmer Vermeij vermeidet Rechenspiele: „Das möchte ich nicht!“
Dresden – Glauben sie etwa nicht daran, dass sie die Klasse halten? Natürlich tun sie das, doch solange Dynamo Dresden rechnerisch noch nicht gesichert ist, vermeiden Spieler und Trainer es lieber, konkrete Prozentzahlen zu nennen, die sich später als falsch herausstellen könnten.
„Ich mag Zahlen und so, aber am Ende zählt die Zahl null“, brachte Vincent Vermeij (31) zunächst einige leicht überraschte Journalisten zum Staunen. Der Niederländer ergänzte jedoch: „Die Chance ist einfach noch vorhanden. Für mich gibt es beim Klassenerhalt nur zwei Möglichkeiten: null oder hundert Prozent. Das erinnert mich an letzte Woche, als ich Angst hatte, man könnte nach einer guten Serie denken, jetzt ist alles geschafft. Das möchte ich unbedingt verhindern!“
Als Tabellenzwölfter mit 38 Punkten liegt Dynamo Dresden vier Zähler vor dem 16. Platz, den derzeit Düsseldorf belegt, während Fürth knapp dahinter rangiert. Am 34. Spieltag treffen beide Mannschaften noch gegeneinander an. Zwischen ihnen befinden sich auch Bielefeld und Magdeburg (jeweils 36 Punkte) sowie Dynamos nächster Gegner Braunschweig (34 Punkte).
Nur der Tabellenletzte Münster (29 Punkte) hat keine realistische Chance mehr aufzuholen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass alle Konkurrenten noch mehrfach punkten. Ein Punktgewinn am Samstag in Niedersachsen sollte somit für den Klassenerhalt ausreichen.
„Ich möchte nicht, dass die Jungs jetzt schon durchatmen. Nach dem Spiel können sie das gerne tun, aber am Dienstag muss genauso weitergearbeitet werden wie diese Woche im Training. Ich will nicht, dass sich das wiederholt, was in Düsseldorf passiert ist“, machte Vermeij deutlich. „Der Sieg dort hätte uns sehr geholfen. Daraus müssen wir lernen.“
Auch Thomas Stamm, der Trainer von Dynamo, bezog sich auf die mathematischen Überlegungen seines Stürmers und bestätigte dessen Einschätzung: „Die Stimmung nach dem Bochum-Spiel war schon so, als wären wir durch. Deshalb stimme ich ‚Vince‘ mit seinen null Prozent komplett zu“, erklärte der Coach.
„Das haben wir ja gesehen – nach dem Bochum-Spiel dachten alle, wir könnten jetzt locker nach Düsseldorf fahren.“
Das Erfolgsrezept des Schweizers für die letzten beiden Begegnungen bleibt unverändert wie während der gesamten Saison: „Wir konzentrieren uns nur auf uns selbst. Dafür gibt es keine Prozentangabe. Aber ja, aktuell sind wir bei null, so ist es nun mal. Wir haben 38 Punkte, das wissen wir. Wenn man es aber in Prozenten ausdrücken will, war das eine sehr kluge Antwort von ‚Vince‘.“
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Tabelle der 2. Bundesliga
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende auf Platz 1 steht, ist Meister der 2. Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte kämpft in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg oder den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.