Großes Lob vom Dynamo-Kapitän Kutschke an sein Team: „Wir haben nicht den Kopf hängen lassen“
Gelsenkirchen – Edin Dzeko (39) verließ die Veltins-Arena kurz nach seinem zweiten Treffer zum 2:0 in der 70. Minute direkt zum Duschen – scheinbar war seine Aufgabe erledigt. Nur vier Minuten später betrat Dynamo Dresdens Kapitän Stefan Kutschke (37) das Spielfeld. Von diesem Moment an änderte sich das Spielgeschehen komplett, denn der erfahrene Dresdner belebte die Partie neu. An beiden Treffern zum 2:2-Ausgleich war er entscheidend beteiligt.
Beim 1:2 stürmte er nach einem Pass von Alexander Rossipal (29) zum kurzen Pfosten, verunsicherte dadurch Hasan Kurucay (28) so sehr, dass dieser den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkte.
Beim Ausgleich verlängerte er eine Ecke von Rossipal per Kopf, sprang dabei höher als Schalkes Torwart Loris Karius (32) und spielte den Ball auf Thomas Keller (26), der aus kurzer Distanz einnickte.
Über ihn lässt sich geteilter Meinung sein. Manche schätzen ihn sehr, andere haben Schwierigkeiten mit ihm. Doch eines steht fest: Er bringt Leistung und scheut sich nicht, seine Meinung offen zu äußern. Auf seine prägenden Minuten angesprochen, antwortete er mit typischem „Kutsche“-Stil.
„Vielleicht doch nicht schlecht mit 37 Jahren“, meinte er trocken. „Es wird immer nur von den beiden Sturmspitzen Vermeij und Daferner gesprochen. Dabei gibt es da noch einen dritten. Aber das ist natürlich Auslegungssache“, brummte er.
Die Anerkennung wollte er jedoch nicht für sich allein beanspruchen, sondern teilte sie großzügig mit der Mannschaft – ganz der Kapitän und Führungsspieler, der er ist. Auf die Frage, warum sie nach dem 0:2-Rückstand weiterhin an sich geglaubt hätten, antwortete er nach insgesamt 100 Minuten Spielzeit:
„Weil wir uns vor 62.000 Zuschauern nicht hängen lassen haben“, sagte Kutschke.
„Das ist das Entscheidende – dass wir uns selbst anfeuern. Das war alles andere als einfach. Wir sind auf Bundesliga-Niveau getroffen, und da braucht man viel Mut und Überzeugung. Das war bei uns da, auch nach beiden Rückschlägen“, ergänzte er nicht ohne Stolz.
Zum Ende des Spiels gab es auch Lob von seinem Trainer Thomas Stamm (42), der Kutschke genau aus diesen Gründen eingewechselt hatte: Körper einsetzen, Bälle sichern, weiterleiten und als unruhestiftende Kraft im Sturm arbeiten.
„Deshalb setzen wir Woche für Woche auf Stefan. Es ist nicht leicht, ihn zu verteidigen, gerade wenn es um lange Bälle geht. Er hat ein gutes Gespür im Strafraum. Mit seiner Art auf dem Platz hilft er uns sehr, auch wenn er oft zu wenig Einsatzzeit bekommt.“
Diese Worte dürften dem 37-Jährigen besonders guttun, denn selbst seine Kritiker mussten anerkennen: Er ist weiterhin ein wertvoller Spieler.
2. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Am Saisonende wird der Erstplatzierte Meister der zweiten Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Dies gilt auch für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.