Dynamo-Trainer Stamm ärgert sich über nicht gegebene Platzverweisung: „Eindeutige zweite Gelbe Karte“
Braunschweig – Wie gewohnt wird Thomas Stamm (43) am Sonntag ab 13.30 Uhr die Spiele der 2. Bundesliga verfolgen – diesmal jedoch mit besonderem Interesse. Sollte Düsseldorf (gegen Elversberg) und Fürth (bei der Hertha) nicht gewinnen, wäre der Klassenerhalt von Dynamo Dresden auf dem Sofa gesichert. Stamm hätte die Rettung der Liga lieber aus eigener Kraft geschafft, was ihm beim 1:2 in Braunschweig jedoch nicht gelang. Ausschlaggebend war eine Vielzahl an vergebenen Chancen ab der 66. Minute.
Besonders die 66. Minute spielte für den Dynamo-Coach eine entscheidende Rolle. Zu diesem Zeitpunkt lag die Mannschaft mit 0:2 zurück, als Schiedsrichter Christian Dingert (45) nach einer Überprüfung durch den VAR einen Elfmeter für Dresden zusprach.
Fabio Kaufmann (33) hatte Vincent Vermeij (31) mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen. Zwei Minuten zuvor war Kaufmann bereits mit Gelb verwarnt worden. Warum der Schiedsrichter darauf verzichtete, ihm die zweite Gelbe Karte zu zeigen, die eine Gelb-Rote Karte bedeutet hätte, ließ er offen.
„Ja, das habe ich nicht nachvollziehen können. Für mich war das eindeutig eine zweite Gelbe Karte“, äußerte sich Stamm nach dem Spiel.
„Es bringt wenig, darüber weiter zu diskutieren, wir müssen die Entscheidungen akzeptieren. Wir hatten durch den Elfmeter die Chance, wieder heranzukommen – die haben wir leider nicht genutzt. Dennoch wissen wir, dass ein Spieler in Überzahl über rund 30 Minuten das Spiel noch drehen kann.“
Allein an dieser Szene wollte er die Niederlage jedoch nicht festmachen. „Wir haben darauf keinen Einfluss. Wichtig ist vielmehr, ob wir unsere Chancen konsequent nutzen, in entscheidenden Momenten ruhig bleiben und die defensive Arbeit verbessern. Diese Aspekte sind für mich deutlich bedeutender. Es wird immer verschiedene Sichtweisen geben, die wir akzeptieren müssen – jetzt und in der Zukunft“, so der Schweizer Trainer.
In der nächsten Woche steht das Heimspiel gegen Kiel an. Vielleicht handelt es sich dann nur noch um eine Partie um eine bessere Platzierung in der Tabelle und nicht mehr um den Kampf gegen die drohende Relegation. Wenn am Sonntag um 13.30 Uhr die Spiele angepfiffen werden, werden viele Dynamo-Anhänger vor den Bildschirmen sitzen.
„Möglicherweise bin ich dann noch bei der Arbeit. Wir trainieren wie gewohnt, werten die Spiele aus und führen Gespräche“, erklärte Stamm. „Aber natürlich werde ich wie immer die Partien verfolgen. Nicht nur, weil es um viel geht, sondern weil ich stets auf dem Laufenden bleiben will.“
Und hoffentlich hat Dynamo dabei mehr Glück als am Samstag in Braunschweig.
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Tabelle der 2. Bundesliga
Die Tabelle der 2. Bundesliga zeigt Folgendes: Der Tabellenführer am Ende der Saison ist Meister der 2. Liga und steigt in die 1. Bundesliga auf. Das gilt ebenso für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte bestreitet eine Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse zu klären.