zurück

Vier starke Keeper sind zu viel: Dynamo sucht eine Lösung für das Luxusproblem

Dresden – Die Profis befinden sich noch in der Sommerpause, die neue Saison startet erst in fünf Wochen. Dennoch drängt sich bereits jetzt eine dringende Frage auf: Wie geht Dynamo Dresden in der kommenden Spielzeit mit seinen Torhütern um? Vier Schlussmänner sind definitiv zu viele. Tim Schreiber (24), Elias Bethke (23) und Lennart Grill (27) verfügen über Verträge, während Daniel Mesenhöler (30) am Sonntag nicht verabschiedet wurde.

Auf die Frage angesprochen, antwortet Trainer Thomas Stamm (43) mit einem Schmunzeln: „Fragt mal Sören.“ Gemeint ist Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39). „Wir haben kein Torwartproblem“, fügt er hinzu.

Sportlich gesehen trifft das sicherlich zu. Die Qualität des Quartetts ist hoch – vielleicht sogar zu hoch, um alle gleichzeitig zu halten. Mesenhöler hat sich als perfekte Nummer drei etabliert, auch wenn Stamm dabei schmunzelt: „Boah, das hört er nicht so gerne – das weiß ich. Er kann diese Rolle hervorragend ausfüllen, ohne Zweifel. Doch natürlich hat er den Anspruch, die Nummer eins zu sein.“

„Wäre er tatsächlich der ideale dritte Torhüter, wie es sich jeder Trainer wünscht – der nie muckt, nicht ungeduldig wird und nicht überheblich auftritt –, dann hätte er hier beim Heimspiel gegen Bochum nicht so eine starke Leistung gezeigt“, lobt er den 30-Jährigen. „Wenn man ihm sagen würde, dass er die perfekte Lösung als Nummer drei ist, würde er nicht noch einmal bleiben wollen.“

Bleiben noch Schreiber, Bethke und Grill. Jeder von ihnen strebt den Platz als Nummer eins an. Sollten alle drei im Kader bleiben, müsste täglich einer auf der Bank oder gar der Tribüne Platz nehmen – was aufgrund ihres Talents kaum vorstellbar ist.

Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.

„Man braucht ja auch nicht unbedingt vier Torhüter“, erklärt Stamm weiter. „Das habe ich auch Sören gesagt: Am Ende gilt es, eine gute Lösung für den Verein zu finden – und ebenso eine faire Lösung für die Spieler.“ Er ergänzt: „Gleichzeitig ist es Realität, dass wir bei Eli und Lennart noch nicht wissen, wann und in welchem Zustand sie zurückkehren und ob sie dann sofort wieder einsatzbereit sind.“

Außerdem könne es jederzeit passieren, dass ein Torwart sagt: „Hey, ich habe ein Angebot, ich möchte gerne etwas Neues ausprobieren.“ Im Fußball geht alles schnell.

Stamm betont: „Dass wir Ende August noch mit vier Torhütern dastehen, halte ich für eher unwahrscheinlich. Aber ich bevorzuge es, die Qual der Wahl zu haben, solange die Qualität stimmt und ich von den Spielern überzeugt bin. Und da gehört auch ‚Mese‘ dazu.“

Auch über Bethke äußert sich Stamm positiv: „Eli hatte leider Pech mit seinen Verletzungen. Aber ganz klar: Er hat die Torhüter in der Rückrunde besser gemacht. Das steht fest. Sein Anteil war sehr groß.“ Die Situation bleibt also weiterhin spannend.