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Rote Karte überschattet Dynamo-Sieg: „Schiedsrichter hat heute das Spiel entschieden“

Dresden – Streitpunkt Rote Karte! Dynamo Dresden hat die Partie gegen Darmstadt 98 in Überzahl frühzeitig zugunsten für sich entschieden und konnte zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt auf 2:0 erhöhen. Nach Ansicht von Florian Kohfeldt (43) wären die beiden Tore ohne die Platzverweisung gegen Patric Pfeiffer (26) keinesfalls gefallen.

„Vorweg möchte ich betonen, dass ich in den vergangenen 19 Monaten bei keiner Pressekonferenz Kritik am Schiedsrichter geäußert habe. Meiner Meinung nach trägt Polemik in dieser Debatte nichts bei. Dennoch muss ich sachlich feststellen, dass der Unparteiische heute das Spiel maßgeblich beeinflusst hat, weil er zwei Schlüsselsituationen fundamental falsch eingeschätzt hat“, ärgerte sich der Darmstadt-Trainer nach Dresdens 3:1-Erfolg, blieb dabei jedoch ruhig.

Kohfeldt erläuterte seine Sichtweise näher: „Bei der ersten Szene könnte ich unter bestimmten Umständen nachvollziehen, dass Keller nur mit Gelb bestraft wird. Dabei wird uns immer wieder erklärt, dass Handspiel ein deutlich schwerwiegenderes Vergehen sei als ein Foul mit dem Fuß. In der Aktion mit Isac war es für die Dynamo-Spieler unmöglich, noch einzugreifen.“

Gemeint war die siebte Minute, als Isac Lidberg (27) einen langen Ball erheblich besser verarbeitete als Thomas Keller (26). Dynamos Innenverteidiger konnte den Darmstädter Stürmer nur noch festhalten, der wohl auf dem Weg zum Tor war – noch etwa 30 Meter lagen vor ihm.

Für dieses Vergehen erhielt Keller „nur“ Gelb, doch auch Dynamo-Coach Thomas Stamm (43) räumte ein: „Wir hatten Glück. Ich sehe das genauso und kann den Ärger vollkommen nachvollziehen.“

„Bitte nicht falsch verstehen: Es ist überhaupt keine Kritik an Dynamo gemeint. Sie haben eine starke Leistung gezeigt und ein sehr abgeklärtes Spiel abgeliefert. Darum geht es nicht“, stellte Kohfeldt ruhig, aber bestimmt klar.

„Die zweite Szene betrifft Paddy, der zwar den Ball gezielt spielt, dabei aber auch den Gegner trifft – das ist zweifellos ein Foul. Allerdings standen zwei unserer Spieler unmittelbar zwischen Ball und Tor und hätten eingreifen können. Aus dieser Situation eine Rote Karte zu ziehen, ist sowohl im Kontext als auch im eigentlichen Ablauf schlichtweg eine bodenlose Frechheit!“

In der 42. Minute brachte Pfeiffer Ben Bobzien (22) im Strafraum zu Fall – eine Entscheidung, die angesichts der ersten umstrittenen Szene besonders schwerwog. Drei sowie fünf Minuten später erzielte Vincent Vermeij (31) den Treffer.

Unbestritten war hingegen die Ampelkarte für Jakob Lemmer (25). Das taktische Foul in der 52. Minute war noch notwendig, das Foul nur knapp eine Minute später dagegen überflüssig.

Stamm dazu: „Er handelt nicht absichtlich so, und hinterher ist es immer leicht zu sagen, er solle passiver bleiben. Doch wenn ein Spieler zum Abschluss kommt, fragen alle, warum er nicht aktiver verteidigt. Solche Situationen werden immer wieder vorkommen. Jakob wird daraus lernen.“

2. Bundesliga Tabelle

Die Tabelle der 2. Bundesliga ist wie folgt zu verstehen: Derjenige, der am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der 2. Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Das gilt auch für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte hingegen muss in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu sichern.