Dynamo-Chef Gonther arbeitet mit Hochdruck an der neuen Saison: Kader soll bis dahin fixiert sein
Dresden – Wenn Sören Gonther Zeit für ein Gespräch findet, sitzt er meist im Auto. Der 39-Jährige hat aktuell kaum freie Momente: Er ist ständig unterwegs, mal hier, mal dort. Selbst wenn er für kurze Zeit an einem Ort verweilt, nutzt er die Gelegenheit, um Anrufe zu tätigen. Die Wochen und Tage nach Saisonende zählen für ihn zu den anstrengendsten. „Pfingsten?“, fragt er mit einem Lachen. „Wird überschätzt.“ Er ist unterwegs – für Dynamo.
Wie steht es denn um die Kaderplanung?
„Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt. Zum Auftakt des Trainingslagers Ende Juni oder spätestens beim Beginn des Camps in Windischgarsten soll der Kader zu 95 Prozent feststehen“, erklärt er, fügt jedoch hinzu: „Es ist nicht ganz einfach. Durch die WM verschieben sich viele Abläufe nach hinten. Außerdem sind manche Vereine noch unentschlossen, wie sie ihre Mannschaft in Zukunft gestalten wollen.“
Ob er dabei auf Hannover anspielt, ist unklar. Doch genau dort herrscht aktuell eine Art Stillstand: Keine Zugänge, keine Abgänge – zumindest nicht bei laufenden Verträgen. Deshalb stockt die Angelegenheit um Jonas Sterner (24) momentan. Das könnte sich erneut verzögern, ohne dass Dynamo dafür verantwortlich ist.
Sterner ist nur einer von mehreren Leihspielern, die Gonther gerne dauerhaft verpflichten oder erneut ausleihen würde. Allerdings ist in dieser Hinsicht noch keine Entscheidung gefallen.
Die Gründe liegen klar auf der Hand: Das Team hat seit Januar überzeugt, und dieses Gerüst möchte er größtenteils behalten.
„Wenn ich auf die ersten fünf Monate zurückblicke, ist vieles genau so verlaufen, wie wir es uns erhofft hatten. Wir haben die Erwartungen erfüllt, jedes Spiel war stark. Insgesamt haben wir 17 großartige Begegnungen abgeliefert“, zieht er Bilanz zur Rückrunde.
„Zur Winterpause wusste ich trotz 13 Punkten, dass das kein gewagtes Unterfangen ist. Sonst hätte ich es nicht gemacht. Dass alles so gut funktioniert hat, freut mich sehr.“
Besonders hebt er die Spieler hervor, die „herausragende Fähigkeiten“ gezeigt haben. „Das erste Spiel gegen Fürth stand unter enormem Druck. Die beiden äußerst unglücklichen Niederlagen in Paderborn und gegen Hertha haben den Druck noch einmal erhöht. Trotzdem hat die Mannschaft das hervorragend weggesteckt und direkt im Anschluss Nürnberg besiegt. Respekt!“
Damit das so bleibt und Dynamo „am ersten Spieltag dort weitermacht, wo es am letzten gegen Kiel aufgehört hat“, ist Gonther ständig in Bewegung. Er will von Beginn an eine schlagkräftige Truppe stellen. Auf die Frage nach dem Saisonziel überlegt der Sportchef nur kurz und antwortet lachend: „Eine KSC-Saison – also nie im Abstiegskampf stecken, sondern ruhig im oberen Bereich mitspielen.“ Dagegen hätte wohl niemand etwas einzuwenden.