„Das war eindeutig“: Dynamo Dresden endlich vom Elferglück begünstigt
Hannover – Auf der Pressetribüne in Hannover saßen namhafte Persönlichkeiten der deutschen Schiedsrichter-Szene: Schiedsrichter-Chef Knut Kircher (57), der Sprecher Alex Feuerherdt (56), Marco Fritz (48) sowie Felix Brych (50). Selbst sie mussten die Unmutsäußerungen der Hannover-96-Anhänger nach dem torlosen Remis gegen Dresden mitanhören. Der Streitpunkt: Ein nicht gegebener Strafstoß nach einem Foul von Alexander Rossipal (29) an Daisuke Yokota (25) in der 58. Spielminute.
Der Dresdner zog, der Hannoveraner stürzte. „Ich hatte nur minimalen Kontakt, der Gegenspieler wollte den Elfmeter und ließ sich sofort fallen. Er kann weiterspielen. Für mich war das nichts Schlimmes. Ich habe ihn ja nicht mehrere Sekunden festgehalten“, kommentierte Rossipal die Szene selbst.
Dass diese Einschätzung bei 96-Trainer Christian Titz (54) auf wenig Zustimmung stieß, war wenig überraschend. „Es geht nicht um meine Meinung, sondern um die Regeln. Wenn ein Spieler im Strafraum einen Gegner festhält, dann trifft er diese Entscheidung bewusst. Und laut Regelwerk ist das ein Foul, das gepfiffen wird. Außerdem wäre es die zweite gelbe Karte für Rossipal gewesen, folglich eine Gelb-Rote. Es gibt kein Vielleicht oder ein bisschen so. Das war eindeutig“, ärgerte sich Titz.
„Der Schiedsrichter sagte mir, er habe die Szene gesehen, war sich aber nicht sicher genug. Auch der VAR prüfte sie, kam aber ebenfalls zu keinem klaren Ergebnis. So etwas darf nicht passieren“, erklärte der Trainer weiter. Ein Strafstoß für Hannover und Dynamo mit einem Mann weniger auf dem Feld – das hätte einiges verändert.
Dynamo-Trainer Thomas Stamm wollte das Ereignis nicht direkt bewerten, zeigte aber Verständnis für seinen Kollegen: „Ich kann die Sichtweise meines Gegenübers nachvollziehen. Letzte Woche hatten wir gegen Elversberg eine vergleichbare Situation mit Vermeij. Ja, ich verstehe ihn.“
Problematisch an der Aktion war zudem, dass die Szene noch mehr als zwei Minuten weiterlief, bevor die nächste Spielunterbrechung erfolgte – erst dann hätte der VAR überhaupt eingreifen können. „Heute kann man sich nie ganz sicher sein. Aber ich war von Anfang an überzeugt, dass er den Elfer nicht pfeift“, so Rossipal. Glück im Unglück also.
Und wie reagierten die Schiri-Experten auf der Pressetribüne? Sie zogen es vor, zu schweigen.
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Tabellenstand in der 2. Bundesliga
Die Bedeutung der Tabelle der 2. Bundesliga ist klar: Wer am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Meister der zweiten Liga und steigt in die Bundesliga auf – das gilt auch für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte spielt in einem Relegationsduell gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.