Dynamo: Noch eine offene Rechnung – doch Ceka bewahrt vor Rückkehr nach Magdeburg Ruhe
Dresden – „Wir stecken mitten im Abstiegskampf. Bei einem Spiel wie diesem, einem Derby, muss bei jedem Spieler das Feuer dreifach lodern“, brachte Dynamos Torwart Tim Schreiber (23) seine Vorfreude auf das brisante Kellerduell am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg zum Ausdruck. Doch jemand, der allen Grund hätte, besonders motiviert zu sein, bewahrt bemerkenswerte Gelassenheit.
Wer die Geschichte von Jason Ceka kennt, weiß, dass der 26-Jährige mit dem FCM – vor allem mit einzelnen Verantwortlichen – noch eine offene Rechnung hat. Denn nachdem er in der vergangenen Saison seinen Wechselwunsch deutlich gemacht hatte, wurde er rigoros aussortiert und auf die Ersatzbank verbannt.
Sogar im Wintertrainingslager vermied Ceka es, alte Konflikte aufzuwärmen, und berichtete offen über seine Gefühlslage – eine, die aktuell auch Magdeburgs Innenverteidiger Andi Hoti (22) durchlebt.
Auch vor dem bevorstehenden Kellerduell verzichtet der ehemalige Magdeburger auf deutliche Kampfansagen: „Für mich ist es etwas Besonderes, zurückzukehren. Aber am Ende zählen dennoch nur die drei Punkte“, sagt der 26-Jährige. „Ich freue mich auf die Begegnung mit den Spielern und den Mitarbeitern. Mit Baris Atik, Tarek Chahed und Falko Michel stehe ich weiterhin in Kontakt.“
Ebenso gut bekannt ist ihm Magdeburgs Trainer Petrik Sander, unter dessen Leitung Ceka in seinem Abschiedsjahr in der zweiten Mannschaft trainierte und spielte. „Ein sehr guter Coach, auch menschlich“, bestätigt Ceka. „Er verfügt über viel Erfahrung, und seine Erfolge sprechen für sich.“
Inzwischen ist die Mannschaft aus Dresden seit fünf Ligaspielen ungeschlagen und erzielt im Schnitt 2,8 Tore pro Partie. „Magdeburg spielt einen sehr guten Fußball. In der Hinrunde hatten sie noch Pech vor dem Tor, jetzt läuft es besser. Da erwartet uns eine harte Aufgabe“, weiß Dynamos Winterneuzugang und ergänzt: „Es wird ein heißes Spiel. Jeder fiebert dem Samstagabend bei Prime Time entgegen – schöner kann es kaum sein.“
Doch Ceka verfügt über wertvolle Insiderkenntnisse, kennt viele Spieler und natürlich auch den Trainer sehr genau. „Jeder weiß, wie Magdeburg agiert, das sind keine Geheimnisse. Trotzdem gibt es bestimmte Spielmuster, die auf alle zutreffen“, erläutert er und geht näher darauf ein: „Baris spielt eher instinktiv, fast wie ein Straßenfußballer, der nicht immer genau weiß, was er als Nächstes macht. Trotzdem hat er ein paar bevorzugte Bewegungen. Wir werden das in den Griff bekommen.“
Drei Punkte wären natürlich ideal, ein Zähler ebenfalls akzeptabel. Hauptsache, man verliert nicht gegen den Tabellenzwölften, der vier Punkte Vorsprung hat.
Ceka: „Es stehen ja noch 15 Spiele aus. Klar ist das Spiel wichtig, wir sollten ohnehin jede Partie wie ein Finale angehen. Aber falls wir nicht gewinnen, dürfen wir nicht gleich wieder alles infrage stellen.“
Tabelle 2. Bundesliga
Die Platzierung in der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der zweiten Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den zweiten Rang. Der Drittplatzierte spielt in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Auf- beziehungsweise Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.