Völlig verrückt! Dieses Dorfteam zieht erstmals vom Sofa aus in den DFB-Pokal ein
Krieschow/Cottbus – Riesige Freude in dem kleinen Ort mit gerade einmal 500 Einwohnern! Der VfB Krieschow qualifiziert sich zum allerersten Mal für den DFB-Pokal. Unglaublich dabei: Die Brandenburger feiern ihren Erfolg gemütlich von der heimischen Couch aus.
Grund dafür war der späte 2:1-Sieg des FC Energie Cottbus gegen Wehen Wiesbaden, durch den Cottbus auf Platz vier der 3. Liga feststand und nicht mehr verdrängt werden konnte. Dieser Tabellenrang sichert ebenso wie die Plätze der 1. und 2. Bundesliga die Teilnahme am DFB-Pokal.
Der Gewinner dieser Konstellation ist der VfB Krieschow, der sich wie schon im Vorjahr für das Pokalfinale Brandenburgs am 23. Mai qualifizierte. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als Krieschow im Endspiel mit 0:1 gegen RSV Eintracht verlor, ist diesmal das Ergebnis nicht spielentscheidend.
Der Finalist zieht als Qualifikant automatisch anstelle von Energie in den DFB-Pokal ein.
Für das kleine Krieschow, ein Ortsteil der Großgemeinde Kolkwitz etwa 15 Autominuten westlich von Cottbus, stellt dies den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte dar.
Mit einem Augenzwinkern versieht der Oberligist seinen Einzug mit dem Hashtag #kleinstervereinimdfbpokal und bedankt sich zugleich bei dem großen Nachbarn.
Lokale Experten sind sich sicher, dass Krieschow im DFB-Pokal höchstwahrscheinlich auf einen Gegner aus der 1. oder 2. Bundesliga im LEAG Energie Stadion in Cottbus treffen wird. Im Sportpark Krieschow gibt es mittlerweile einen abgegrenzten Bereich für Gästefans, allerdings führt nur eine kleine Dorfstraße zum Spielfeld.
Unter diesen Umständen wäre es schwierig, viele Gästefans sicher zu trennen. Umso günstiger ist die Aussicht, dass sich die Beziehungen zum großen Nachbarn in Zukunft deutlich verbessern werden.
Für die kommende Saison wurde eine Kooperation vereinbart, um junge Talente aus Cottbus frühzeitig an den Herrenfußball heranzuführen.
Krieschow, das seit neun Jahren in der NOFV-Oberliga Süd vertreten ist, zählt ohnehin einige ehemalige Energie-Profis zu seinen Spielern: Der bekannteste von ihnen ist Andy Hebler (37), der trotz gut sichtbarem Bauch mehrfach Torschützenkönig wurde.
Nach der ersten Runde im Pokal dürfte der Dorfverein und sein Kapitän in ganz Deutschland unter Fußballfans bekannt sein.