Früheres Dynamo-Talent gibt Bundesliga-Premiere, Union-Coach zeigt sich tief enttäuscht
Berlin – In der Nachspielzeit kam es endlich zum Durchbruch: Am Samstag absolvierte Dmytro Bogdanov (18) seinen ersten Einsatz für Union Berlin in der Bundesliga – zugleich blieb dies der einzige positive Moment in einem enttäuschenden Spiel, das mit einer 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach endete.
"Es hat jetzt endlich geklappt, aber ehrlich gesagt ist das heute wohl eher eine Randnotiz", kommentierte Steffen Baumgart (54) nüchtern auf der Pressekonferenz, sichtlich verärgert über die schwache Vorstellung seiner Mannschaft.
"Ich bin über die gesamte Spielzeit hinweg wirklich enttäuscht", brachte er seine Unzufriedenheit nach der Partie im Sky-Interview zum Ausdruck. Dies habe er auch seinem Team deutlich gemacht. Später in der Pressekonferenz betonte er, dass ihn die Leistung persönlich enttäusche.
Die Entwicklung des 18-jährigen Nachwuchsspielers, der im Sommer von Dynamo Dresden nach Köpenick wechselte, beurteilte er dennoch positiv. "Mitja wird weiterhin oft zwischen der A-Jugend und uns hin- und herpendeln müssen", erklärte der Union-Coach.
Zu Bogdanovs Kurzeinsatz äußerte er sich zwar nur zurückhaltend, lieferte jedoch eine überraschende Einschätzung: "In den letzten fünf Minuten waren wir gefährlicher als in den vorangegangenen 90 – ob er daran maßgeblichen Anteil hatte, habe ich noch nicht abschließend beurteilen können."
Diese Aussage könnte gleichzeitig als subtile Kritik an Oliver Burke (28) verstanden werden, der für den gelbgesperrten Andrej Ilic (25) in die Startelf rückte und über weite Strecken kaum Akzente setzen konnte.
Dazu passt auch ein weiteres Statement seines Trainers: "Wenn du gefühlt während des gesamten Spiels keinen einzigen Torschuss abgibst, kannst du kein Spiel gewinnen!", betonte Baumgart.
Eine Einzelkritik wollte der 54-Jährige jedoch eigentlich nicht aussprechen. Vielmehr habe es bei der Umsetzung seiner Spielphilosophie einige Aspekte gegeben, „die mir heute wirklich nicht gefallen haben“. Vor allem habe es an der notwendigen Intensität gefehlt.
"So kenne ich meine Mannschaft eigentlich nicht", stellte der Union-Trainer klar. "Wir haben vieles von dem, was uns ausmacht, heute nicht gezeigt." Den Einsatz seines Teams wollte er jedoch nicht infrage stellen.
Rani Khedira (32) fiel in seiner Einschätzung noch deutlicher aus: "Wir waren heute nicht auf unserem Level, das war wohl unser schlechtestes Spiel der Saison und leider gehen wir völlig verdient ohne Punkte nach Hause."