Deutlicher Triumph in Dresden: DFB-Frauen dominieren Slowenien im WM-Qualifikationsspiel
Von Ulrike John, David Joram
Dresden – Mit einem überzeugenden Torfeuerwerk sind die deutschen Fußballerinnen in die Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien gestartet. Vor 19.169 Zuschauern in Dresden zeigte das Team von Bundestrainer Christian Wück phasenweise attraktiven Offensivfußball und gewann verdient mit 5:0 (2:0) gegen Slowenien. Der Außenseiter konnte für den EM-Halbfinalisten jedoch nicht den Maßstab darstellen, um den angestrebten Weg in die absolute Weltspitze zu bestätigen.
Die Tore erzielten Vivien Endemann (6. Minute), Elisa Senß (11.), Linda Dallmann (48.), die Debütantin Larissa Mühlhaus (53.) sowie Lea Schüller (71.). Dennoch ließen die Gastgeberinnen auch einige Gelegenheiten ungenutzt.
Schon am Samstag (18 Uhr, ZDF) geht es für die DFB-Frauen in Stavanger mit dem Spiel gegen Norwegen weiter. Als dritter Gegner auf dem Weg zur WM steht Österreich auf dem Plan. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für das Turnier – genau dieses Ziel verfolgt das Team von Wück.
Wegen des Ausfalls von Klara Bühl (Muskelverletzung) veränderte Christian Wück seine Offensive fast komplett: Für die Flügelspielerin des FC Bayern rückte Wolfsburgs Endemann auf die linke Außenbahn.
Jule Brand kehrte von der Zehn-Position auf die rechte Seite zurück, während Münchens Linda Dallmann die Rolle der Spielmacherin übernahm.
Erstmals von Beginn an stand überraschend Shekiera Martinez von West Ham United im Sturmzentrum. Die 24-Jährige zeigte gute Laufwege, konnte ihr erstes Tor im dritten Länderspiel trotz einiger Chancen jedoch nicht erzielen.
Nachdem Giulia Gwinn das DFB-Team zum 20. Mal als Kapitänin aufs Feld geführt hatte, taten sich bei den Gästen schnell Lücken auf. Slowenien, das bislang bei keiner großen Endrunde vertreten war, startete als klarer Außenseiter in die europäische Qualifikation.
Ein präziser Pass von Dallmann eröffnete früh das 1:0, als Endemann den Ball an Torhüterin Zala Mersnik vorbeischob. Kurze Zeit später nutzte Senß die nächste Chance zum Ausbau der Führung. Anders als in den beiden Nations-League-Endspielen gegen Weltmeister Spanien (0:0/0:3) hatten die deutschen Frauen diesmal ein vergleichsweise leichtes Spiel.
Vor allem Dallmanns Technik und Übersicht wirkten sich positiv auf die Mannschaft aus. Die slowenische Kapitänin Maja Sternad vom Werder Bremen und ihre Mitspielerinnen wirkten überfordert. Allerdings zeigte das DFB-Team erneut Nachlässigkeiten im Abschluss und konnte die Überlegenheit nicht vollends ausnutzen.
So vergab Endemann zunächst freistehend vor Mersnik das längst überfällige 3:0. Und Torhüterin Ann-Katrin Berger musste kurz vor der Pause mit einer Fußparade gegen Zara Kramzar klären.
Nach der Halbzeit erhöhte die deutsche Mannschaft wieder den Druck. Dallmann erzielte mit einem entschlossenen Abschluss das 3:0. Die eingewechselte Mühlhaus von Werder Bremen nutzte einen abgewehrten Schuss von Sjoeke Nüsken und traf zum 4:0 ins obere Toreck.
Nach gut einer Stunde kam auch Schüller ins Spiel: Die Stürmerin, die in der Winterpause vom FC Bayern zu Manchester United gewechselt war, hatte sich für den Jahresauftakt viel vorgenommen.
Mit einer Vorlage der starken Endemann erzielte sie prompt ihr 55. Länderspieltor im 83. Einsatz. In der Nachspielzeit sangen die Zuschauer begeistert „Oh wie ist das schön“ von den Rängen.