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Klubbesitzer außer sich, Spieler erwägen Klage: Deutscher Trainer nach Spionage-Skandal vor dem Aus

Southampton (England) – Noch vor Kurzem stand Tonda Eckert mit dem FC Southampton in Aussicht auf eine vielversprechende Zukunft, doch nun sieht sich der deutsche Coach mit einer großen Krise konfrontiert. Obwohl der Ausschluss aus den Aufstiegs-Play-offs im Zusammenhang mit dem Spionage-Skandal noch nicht endgültig feststeht, ist eines bereits absehbar: Für den 33-Jährigen dürfte an der Südküste Englands kaum eine weitere Zusammenarbeit möglich sein.

Wie "talkSPORT" berichtet, ist der Klubinhaber Dragan Šolak (61) „zornig“ auf den Trainer aus Nordrhein-Westfalen, da dieser den Ruf der „Saints“ öffentlich beschädigt habe.

Dem Bericht zufolge droht dem Coach trotz eines Vertrags bis Sommer 2027 sowie einer sportlich starken Saison die Entlassung. Dies könnte unabhängig davon erfolgen, ob die Entscheidung der EFL in der vorliegenden Form bestehen bleibt, revidiert wird oder der englische Fußballverband (FA) anschließend noch persönliche Sanktionen gegen Eckert und seinen Sportdirektor Johannes Spors (43) ausspricht.

Der Ligaverband hatte Southampton am Dienstag wegen unerlaubter Spionage vom Aufstiegsfinale am Samstag ausgeschlossen und für die kommende Saison mit einem Punkteabzug belegt. Mitarbeiter sollen auf Anweisung Eckerts das Training des FC Middlesbrough vor dem Play-off-Hinspiel heimlich aufgenommen haben.

Bereits im Laufe der Saison seien auch Oxford United und Ipswich Town ausspioniert worden. Laut "The Athletic" soll sich der Spion für den Einsatz bei Ipswich sogar mit einem Trikot des fünftklassigen Eastleigh FC „getarnt“ haben, da der Amateurverein dem Zweitligisten sein Trainingsgelände zur Verfügung gestellt hatte.

Die Spieler der „Saints“ erwägen derweil rechtliche Schritte, sollte der Play-off-Ausschluss bestätigt werden, berichtet „The Athletic“ weiter. In diesem Fall würden ihnen mögliche Aufstiegsprämien, die in den meisten Verträgen geregelt sind, ohne eigenes Zutun verloren gehen.

„Dieser Fehler wurde nur von einer kleinen Gruppe im Verein begangen, und dass nun die Spieler und Fans dafür büßen müssen – ich kann kaum fassen, was passiert ist“, erklärte Klub-Idol Rickie Lambert (44) am Mittwoch gegenüber „talkSPORT“. „Ich glaube immer noch, dass eine Möglichkeit besteht, die Entscheidung zu kippen, aber es wird wohl ein Bauernopfer gebraucht.“

Southampton hat bereits Berufung eingelegt, eine endgültige Entscheidung soll bis Mittwochabend fallen. In einer Stellungnahme räumte der Klub aus Hampshire zwar das Fehlverhalten ein, bewertete die verhängte Strafe jedoch als unverhältnismäßig hart.

„Während Leeds United wegen eines ähnlichen Vergehens mit einer Geldbuße von 200.000 Pfund belegt wurde, wurde Southampton die Teilnahme an einem Spiel untersagt, das einen Wert von über 200 Millionen Pfund hat und für unsere Mitarbeiter, Spieler und Fans von großer Bedeutung ist“, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

„Wir sind der Auffassung, dass die finanziellen Konsequenzen der gestrigen Entscheidung diese Strafe zur mit Abstand härtesten machen, die je gegen einen englischen Fußballverein verhängt wurde“, fügten die Saints hinzu.